Spezial Shared Mobility: „Komplett vernetzte Flotte bis Ende 2020“

Avis setzt sich ambitionierte Ziele

Budget befindet sich mitten im Wandel vom klassischen Autovermieter zur digitalen Mobilitätsplattform. Geschäftsführer Martin Gruber über Ziele, Kooperationen und Geschäftskunden.

Avis Budget, Martin Gruber

Martin Gruber: Seit 2012 ist er Managing Director von Avis Budget für Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Tschechische Republik und Polen. (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Neue Mobilitätsformen, starke Konkurrenz durch Start-ups: Sie sind in einem sehr dynamischen Geschäftsumfeld unterwegs. Ist Avis dafür gut aufgestellt?

Martin Gruber: Der Trend zur Sharing Economy kommt uns grundsätzlich entgegen. Denn letztendlich teilen sich bei einer Autovermietung mehrere Nutzer ein Fahrzeug. Sharing betreiben wir also bereits seit 1946. Zudem gehört zu unserem Konzern mit Zipcar einer der größten Carsharing-Anbieter weltweit. In den USA und Großbritannien ist Zipcar im Grunde das Synonym für Carsharing.

Sie empfinden die neue Konkurrenz also nicht als bedrohlich?

Gruber: Nein, ganz im Gegenteil: Ich glaube, dass es positiv für uns ist, wenn bei den Kunden das Bewusstsein dafür wächst, wie sie das Bedürfnis der Mobilität abdecken können. In Deutschland koope­rieren wir zum Beispiel mit Nextbike und können so Autovermietung und Fahrräder kombinieren. Der Kunde kann also beispielsweise seinen Mietwagen abgeben und die letzten Meter mit dem Rad zurücklegen.

In den USA arbeiten Sie seit Mitte 2018 mit dem Ride­hailing-Anbieter Lyft zusammen. Warum?

Gruber: Im Zuge dieser Kooperation stellen und betreuen wir die Flotte für die Lyft-Fahrer. Dabei profitieren wir ganz entscheidend davon, dass wir mit der Digitalisierung unserer Flotte und unserer Prozesse sehr weit sind. Unser Ziel: Bis Ende 2020 soll die Avis-Budget-Flotte komplett vernetzt sein. Denn der Schlüssel, um in der Mobilitätswelt von morgen mitzuspielen, liegt darin, eine technische Basis zu schaffen, damit verschiedene Anbieter nahtlos zusammenarbeiten können.

Welche Vorteile haben Ihre „Connected Cars“?

Gruber: Viele. Beispielsweise kann ein Kunde auf dem Weg vom Flugzeug zur Autovermietung sehen, welche Fahrzeuge gerade verfügbar sind. Er kann direkt zum Fahrzeug gehen und mit dem Smartphone aufschließen. Er braucht keinen Mietvertrag mehr am Schalter zu unterzeichnen und ist nicht an Öffnungszeiten gebunden.

Was können Sie Geschäftskunden bieten?

Gruber: Gerade für mittelständische Betriebe sehen wir viele Möglichkeiten, Mobilität günstiger darzustellen, indem die fixe Flotte reduziert und die temporär benötigte Flotte zugemietet wird. Zudem bieten wir eine Analyse des bestehenden Fahrzeugpools an.

Blicken Sie noch optimistisch in die Zukunft?

Gruber: Ja. Die nächsten fünf Jahre werden für die Branche spannender als die vergangenen 20 Jahre.

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