Die Evolution der Innovation

Bahnbrechende Entwicklungen

Es vergingen nicht mal zehn Jahre von der Erfindung des ersten Touchscreens bis zum Tablet
Es vergingen nicht mal zehn Jahre
von der Erfindung des ersten Touchscreens bis zum Tablet (Foto: Getty Images/FingerMedium; Getty Images/-VICTOR-)

Sprachasssistenten

Auch für Jens Hasselbächer ist das mobile Internet eine zentrale Bedingung für weitere Innovationen. „Wir können damit die Nutzung von Sprache als Interface realisieren, die den Menschen entlastet und dafür sorgt, dass wir uns mehr den Aufgaben widmen können, die uns ausmachen“, so das Vorstandsmitglied der R&V. Im Marketingkontext etwa erschließen sich so gänzlich neue Möglichkeiten. „Mir erscheinen Voice und konversationale Interfaces als extrem wichtige Schlüsselpunkte der digitalen Transformation. Sie machen den Dialog zwischen Mensch und Maschine menschlich“, erklärt Tim Alexander, CMO der Deutschen Bank. Darüber können Maschinen menschliche Konversation bestmöglich nachahmen – und erhalten nicht umsonst Namen wie Siri, Alexa und Cortana. Für Firmen heißt das: Sie können sich öffnen, näher an den Kunden rücken und Marken emotional erlebbar machen.

Cloudcomputing

Schon Anfang der 1990er-Jahre träumten IT-Experten davon, Rechner in einem Netzwerk zu verteilen. Das Fraunhofer-Institut entwickelte Mitte des Jahrzehnts das System „Basic Support for Cooperative Work“ – ein Vorläufer der Cloud. Ende der 1990er-Jahre: Das mandantenfähige System setzt sich durch, wodurch mehrere Rechner auf denselben Server zugreifen konnten. Dann kam Amazon und führte 2002 Web Services ein. So konnten Nutzer große Datenmengen online speichern. „Ohne die Cloud wären Plattformen wie Spotify oder Netflix nicht denkbar“, sagt Daniel Schütt, Co-Gründer der Weiterbildungsplattform Masterplan.com. Joerg Hellwig erkennt in Cloudcomputing große Vorteile für sämtliche Branchen: „Cloud steht für Vernetzung, ermöglicht Geschwindigkeits-Provider für unendlich große Datenmengen und ist eine Voraussetzung für intelligente Wissensverteilung. Zudem sorgt die Cloud für mehr Transparenz und erlaubt die gemeinsame Nutzung einer vernetzten Infrastruktur“, sagt der CDO von Lanxess. Und genau darauf basiert nicht zuletzt auch das Internet der Dinge.

Blockchain

Die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) dient der elektronischen Datenverarbeitung und -speicherung. Damit ist die Technik für die Validierung von Transaktionen zuständig – und das Fundament von Blockchain. „DLT und Blockchain schaffen neue Geschäfts- und Anwendungsfälle für viele Bereiche. Immer wenn es um einen verlässlichen und nachvollziehbaren Austausch von Daten zwischen unterschiedlichen Parteien geht, kann Blockchain eine gute Lösung sein“, erklärt Birgit Spors, Direktorin bei der Förderbank KfW. Häufig wird Blockchain vor allem in Verbindung mit Kryptowährungen gebracht, doch handelt es sich dabei nur um ein Einsatzgebiet unter vielen. Spors ist sich sicher: Wird das Vertrauen in die Blockchain größer, wird sich die Technologie zunehmend verbreiten. Ein Beispiel sind Smart Documents, die via Blockchain die Unterschrift obsolet machen und für mehr Transparenz, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit sorgen.

New Retail

Auch Alibaba, das chinesische Amazon, setzt auf Blockchain-Technologie und verfolgt damit den Weg von neuseeländischer Milch in Chinas Supermärkte. Doch das ist für Karl Wehner, Deutschlandchef von Alibaba, nur ein Aspekt von vielen. „Die Top-Entwicklung ist für mich im Handel geschehen. Wir nennen sie New Retail und meinen damit eine Verschmelzung der Grenzen zwischen offline und online.“ Dabei geht es um ein besser auf die Bedürfnisse des Endkunden abgestimmtes Einkaufserlebnis – bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung von Produktions- und Lieferprozessen aufseiten der Händler. Dafür eröffnete der Konzern 2017 seine Hema-Läden in China, die genau nach diesem Prinzip verfahren. Im vergangenen Jahr agierte Nike mit seinem Store „Nike by Melrose“ in Los Angeles ähnlich. Das Konzept: die über die Nike-App gesammelten Daten nutzen, um ein Sortiment im lokalen Store zusammenzustellen.

Von Siri bis hin zum Quantencomputer: in diesem Jahrzehnt wurden große Innovationen getätigt
Von Siri bis hin zum Quantencomputer:
in diesem Jahrzehnt wurden große Innovationen getätigt (Foto: Getty Images/FingerMedium; Getty Images/-VICTOR-; Getty Images/LueratSatichob; Getty Images/Meth Mehr; Getty Images/cnythzl; Getty Images/supanut piyakanont; Getty Images/Nadiinko)

Teil 1: So geht Innovation

Teil 2: 10 wichtige Ideen der digitalen Welt

Teil 3: Bahnbrechende Entwicklungen

Teil 4: Wie Innovationen entstehen

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