Urbanität der Zukunft

Westfield Hamburg-Überseequartier

Wie beim Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco-Westfield neue, kreative Konzepte für Stadtzentren entstehen.

In der HafenCity soll eines der modernsten Stadtquartiere weltweit entstehen.
Westfield Hamburg-Überseequartier: In der HafenCity soll eines der modernsten Stadtquartiere weltweit entstehen (Foto: PR)

Ausgang U-Bahn-Station Überseequartier. Wer in der Hamburger HafenCity nach langer Rolltreppenfahrt an die Oberfläche tritt, findet direkt neben sich zwei tiefe Baugruben. Bagger schieben Erde auf, Kräne ragen in die Luft. Insgesamt sollen auf dem Gelände 14 Gebäude mit Wohnungen, Büros, Kreuzfahrtterminal, Hotels, Einzelhandel, Restaurants und Entertainmentangebot entstehen. Der Name des Projekts: Westfield Hamburg-Überseequartier. Im Mai 2019 wurde der Grundstein gelegt, 2022 soll das Mixed-use-Stadtquartier fertig sein. Laut ­Projektentwickler Unibail-Rodamco-Westfield soll es dann eines der modernsten weltweit sein.

Noch ist hierfür Fantasie gefragt – nicht zuletzt auch bei Joscha Domdey, der als Innovationsmanager des Projekts kreative Lösungen für die Herausforderungen von morgen sucht. „Wir schaffen einen Stadtteil, in dem stationäre und digitale Konzepte miteinander verschmelzen“, so Domdey. „Die Menschen sollen sich hier wohlfühlen und gerne herkommen.“ Doch wie lässt sich dieses Ziel erreichen?

Mit Erlebnissen begeistern

Mit dieser Frage beschäftigt sich das Unternehmen schon seit geraumer Zeit und hat dafür das „URW Lab“ ins Leben gerufen: eine offene Innovationsplattform, die mit Start-ups und Thinktanks neue Konzepte für urbane Quartiere entwickelt. „Der Einzelhandel muss neue Akzente setzen, um in Zeiten des Online-Handels attraktiv zu bleiben“, sagt der erst 29-jährige Domdey. „Wir wollen unsere Kunden durch Erlebnisse begeistern und suchen deshalb Innovationen, die den Aufenthalt in unseren Destinationen einmalig machen.“

Remetal ist eines davon. Es gehört zu ELG. Das Unternehmen handelt mit Rohstoffen für die Edelstahlindustrie sowie Hochleistungswerkstoffen wie Titan, bereitet sie auf und recycelt sie. Über die Online-Plattform von Remetal können nun auch Privatper­sonen, Handwerker und kleine Unternehmen Abholtermine für ihren Schrott vereinbaren und werden dafür entsprechend bezahlt.

Den Innovationsmanager beschäftigen deshalb zwei Fragen: Welche Bedürfnisse wird es in der ­Anlage künftig geben? Und wer bietet dafür Lösungen an? Recherchen, Trendscouting und Pilotprojekte prägen deshalb Domdeys Arbeitsalltag. „Es ist ein bisschen wie eine Schatzsuche“, erklärt er. Denn jede Recherche oder jedes Event führt ihn zu weiteren Veranstaltungen und inte­ressanten Unternehmen. „Unser Ziel ist es, in Hamburg ein weitverzweigtes Netzwerk an Start-ups zu schaffen und eine Vielzahl an Projekten anzustoßen, die das gemeinschaftliche Zusammenleben im Westfield Hamburg-Überseequartier, aber auch in der ­HafenCity und Hamburg bereichern“, sagt er.

Digitalisierter Stadtteil

Wichtige Kooperationen gibt es mehr als drei Jahre vor Eröffnung bereits im Bereich Mobilität. URW kooperiert mit den Hamburger Unternehmen Wunder Mobility, das Technologielösungen für Fahrgemeinschaften entwickelt, und e-floater, das emissionsarme E-Scooter anbietet. „Wir wollen es Menschen ermöglichen, sich unbeschwert und nachhaltig im Quartier fortzubewegen beziehungs­weise an- und abzureisen“, sagt Domdey. Neben Mobilität soll die Bandbreite an Entwicklungen von Coworking-Konzepten über Augmented- und Virtual-­Reality-Anwendungen bis hin zu multisensorischen Erlebniswelten reichen. Domdey zeigt sich selbstbewusst: „Wir denken alle Aspekte eines digital vernetzten Stadtteiles von Beginn an mit, um das volle Potenzial des Projekts auszuspielen.“