Spezial Industrie 4.0: „Potenzial nicht verschenken“

Bedarf an IoT-Lösungen wächst

Alfons Lösing ist seit August 2017 Vorstand für das Geschäftskunden- und Partner­geschäft der Telefónica Deutschland Holding
Alfons Lösing
ist seit August 2017 Vorstand für das Geschäftskunden- und Partner­geschäft der Telefónica Deutschland Holding
(Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Solche Projekte lassen sich also nicht einfach neben dem Tagesgeschäft entwickeln. Worauf sollten Unternehmen bei der Einführung achten?

Lösing: Wir empfehlen Unternehmen, zunächst mit überschaubaren Vorhaben zu starten. So sammeln sie Erfahrungen und können ihr Projekt nach und nach optimieren. Mit dieser Vorgehensweise lernen sie erst einmal die Prozesse kennen und entwickeln ein Gespür für die Herausforderungen und Möglichkeiten von IoT.

Wie sieht es mit der Implementierung von IoT in anderen Ländern aus? Und wo steht Deutschland?

Lösing: Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat Telefónica in einem Gemeinschaftsprojekt unter anderem mit Seat die Vorteile des vernetzten und 5G-gestützten Fahrens anhand konkreter Anwendungsfälle aufgezeigt. Im Praxistest haben sich Fahrzeuge via 5G mit ihrer Umgebung ausgetauscht, damit Fahrer Risiken schneller erkennen und Unfälle verhindern können. In Deutschland arbeiten wir ebenfalls an der vernetzten Mobilität – auch hier mit unterschiedlichen Partnern wie dem Netzausrüster Ericsson. Bereits jetzt können wir dank Narrowband-IoT und LTE-M diverse IoT-Anwendungen realisieren. Natürlich werden sich die Anwendungsbereiche mit dem 5G-Netz enorm erweitern. Darauf bereiten wir uns im Moment vor.

Telefónica offeriert derzeit als einziger Anbieter in Deutschland Netze mit Narrowband-IoT- und LTE-M-Standard. Was können diese Technologien?

Lösing: Narrowband-IoT und LTE-M sind im Live-Netz von Telefónica Deutschland gestartet. Nach Beauftragung durch Geschäftskunden wird das jeweils für dessen spezifische Anwendung nötige LPWA-Übertragungsverfahren in unserem Netz entsprechend freigeschaltet. Mit diesen Standards bieten wir optimale Übertragungsverfahren für individuelle Nutzungsszenarien. Dabei unterscheiden wir in den beiden Maschinennetzen Narrowband-IoT und LTE-M zwischen stationären und beweglichen Anwendungsfällen. Möchten unsere Kunden einen stationären Niedrigenergie-Use-Case umsetzen, zum Beispiel beim Smart Metering für Gas- und Wasseranschlüsse, greifen wir in der Regel auf Narrowband-IoT zurück. LTE-M hingegen ist für bewegliche Anwendungen wie Wearables geeignet, für die eine kontinuierliche Datenübertragung und ein Funkzugang erforderlich sind. Beide Übertragungsverfahren sind extrem zuverlässig und verbrauchen sehr wenig Energie.

Was ändert sich mit Mobilfunknetzen in 5G-Qualität?

Lösing: 5G eröffnet uns neue Möglichkeiten rund um die Schwerpunkte intelligente Konnektivität und Network-Slicing für unternehmerische Anwendungen. Dadurch können wir unseren Partnern eine separate Netzinfrastruktur zur Verfügung stellen, die optimal auf ihre Anwendungsfälle ausgerichtet ist.

Teil 1: Technologie der Zukunft

Teil 2: Bedarf an IoT-Lösungen wächst

Teil 3: Digitale Transformation als weitreichende Aufgabe

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