Vordenker Immobilien: nur mit digitalem Fundament

Interview: Steffen Szeidl, Partner von Drees & Sommer

Immobilienbranche und Digitalisierung – Steffen Szeidl von Drees & Sommer über neue Chancen und Nachhaltigkeitsstrategien.

Steffen Szeidl ist Partner von Drees & Sommer und seit 2015 Mitglied des Vorstands. Dabei verantwortet er unter anderem die digitale Neuaufstellung des Unternehmens

Steffen Szeidl ist Partner von Drees & Sommer und seit 2015 Mitglied des Vorstands. Dabei verantwortet er unter anderem die digitale Neuaufstellung des Unternehmens (Illustration: Philipp Möller/JDB MEDIA)

Für viele gilt die Immobilienbranche als Spätstarter bei der Digitalisierung. Auch bei Energiethemen hakt es. Problematisch ist das vor allem, weil das Bauwesen zu den größten Rohstoffverbrauchern zählt. Drees & Sommer will es anders machen – und baut wortwörtlich auf den Chancen der Digitalisierung auf: Schrittweise optimiert das Immobilienunternehmen interne Prozesse und behält – so Vorstandsmitglied Steffen Szeidl – dabei stets die Umwelt im Blick. Wir fragten, wie das funktionieren soll.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Als Faustregel der Digitalisierung gilt: Wer sich dem Wandel nicht stellt, läuft Gefahr, von disruptiven Entwicklungen aus dem Geschäft geworfen zu werden. Inwieweit trifft das in Sachen Digitalisierung auf die oft noch zögerliche Immobilienbranche zu?

Steffen Szeidl: Auf den derzeit noch vollen Auftragsbüchern sollte sich die Branche keineswegs ausruhen. Doch angstgetriebener Aktionismus wäre ebenso deplatziert. Besser ist es, der Bau-Maxime treu zu bleiben: Wer hohe Türme bauen will, muss sich lange mit dem Fundament beschäftigen. Wie beim Turmbau sollten auch digitale Maßnahmen auf dem tragfähigen Fundament einer Digitalisierungsstrategie stehen. Unser Ansatz: sich radikal nutzerzentriert ausrichten, neue Technologien als Chance begreifen sowie auf echte Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, Start-ups, Kunden und Geschäftspartnern setzen.

Welcher digitale Megatrend hat Ihr Unternehmen bislang am stärksten verändert?

Szeidl: Neben vielen digitalen Entwicklungen bei Prozessen haben wir die größten Veränderungen in der Planung und Steuerung von Bauprojekten über die Methode BIM – Building Infor­mation Modeling. Hier musste zunächst ein komplett anderes Verständnis von Zusammenarbeit entstehen, nicht nur intern, sondern auch mit allen externen Beteiligten. So arbeiten alle beteiligten Disziplinen nicht gegeneinander, sondern miteinander. Neben Prozessveränderungen galt es, neue Methoden, neue Hard- und Software einzusetzen und Benchmarks zu verändern.

Wo sehen Sie digital Nachholbedarf in Ihrem Unternehmen?

Szeidl: Für jedes Bauvorhaben gibt es Energiekonzepte. Uns ist klar: So selbstverständlich müssen auch Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategien werden. Deswegen integrieren wir das in alle neuen Projekte. Worauf wir hinarbeiten, ist, dass es einen digitalen Zwilling, ein virtuelles Abbild, von Immobilien gibt, der sie über den gesamten Lebenszyklus begleitet – egal, wem sie wann gehören. Das beginnt mit der Beratung des Kunden und dem Einbezug der Nutzer, geht über die Anwendung von BIM in der Planung bis hin zu Smart-Building- und Cybersecurity-Konzepten für den späteren Betrieb, der auch die BIM-Daten der Planung wiederum sinnvoll integriert.

Teil 1: Interview: Steffen Szeidl, Partner von Drees & Sommer

Teil 2: Modernes Leadership

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