Spezial: E-Health - Medizin der Zukunft: „Warnung gehört“

Smarte Krankenkasse in der Zukunft?

Apple hat angekündigt, stark im Gesundheitsbereich wachsen zu wollen. Wie beurteilen Sie den Angriff von Apple, aber auch Google & Co. auf die Branche?

Unterhuber: Als eine Warnung, dass wir uns nicht zurücklehnen dürfen. Dank einfacher und intuitiver Angebote haben Apple, Google & Co. dem Kunden gegenüber einen enormen Vorteil. Außerdem haben sie Erfahrung darin, effizient viele Daten zu sammeln. Wenn wir fünf bis zehn Jahre später mit nutzerunfreundlichen Lösungen um die Ecke kommen, will die keiner haben. Das wäre schlimm: Denn natürlich verfolgen die großen Konzerne immer ein wirtschaftliches Interesse. Sie möchten mit den Daten Geld verdienen. Das wollen wir als gesetzliche Krankenkasse nicht.

Die wenigsten kennen den Unterschied zwischen Patientenakte und Gesundheitsakte. Versinkt die digitale Revolution des Gesundheitswesens im Chaos?

Unterhuber: Die Frage ist ja, müssen alle Menschen den Unterschied kennen? Oder müssen nicht eher wir, als diejenigen, die Aktenlösungen entwickeln und anbieten, umdenken und ein System zur Verfügung stellen, das jeder versteht und jeder intuitiv nutzen kann – egal welche Technik dahintersteht. Aber es stimmt schon: Auch, wenn der Begriff „Chaos“ vielleicht nicht ganz der Richtige ist, was uns hier in Deutschland bei der Digitalisierung fehlt, ist eine klares Zielbild, auf das wir alle hinarbeiten.

Laut einer Deloitte-Studie sind die gesetzlichen Krankenkassen zu wenig darauf vorbereitet, den digitalen Wandel aus eigener Kraft zu gestalten. Außerdem steht der Vorwurf im Raum, die großen Player blockierten sich gegenseitig. Wie sehen Sie das?

Unterhuber: Sagen wir mal so, das gesamte deutsche Gesundheitswesen ist ja nicht gerade ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Da können wir von anderen Branchen noch viel lernen. Dass das so ist, liegt jedoch nicht nur an einem Akteur allein, sondern am gesamten System: ein veralteter gesetzlicher Rahmen, die aktuelle Organisation der Selbstverwaltung – das sind Faktoren, die das Tempo bremsen. Aber die Diskussion kommt in Gang, und wir bringen uns gerne konstruktiv ein.

Wie sieht für Sie die smarte Krankenkasse der Zukunft aus?

Unterhuber: Sie verbindet individuelle, persönliche Beratung mit digitalen Services, die einerseits den Versicherten die Kommunikation erleichtern und Bürokratie und notwendige Verwaltungsprozesse vereinfachen und andererseits im Krankheitsfall eine optimale, zeitgemäße Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen ermöglichen.

Teil 1: Digitalisierung in der deutschen Gesundheitsbranche

Teil 2: Smarte Krankenkasse in der Zukunft?

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