Vordenker Software: „Die Großen müssen viel schneller werden“

Catharina van Delden: wie innosabi zum Agile Innovation-Profi wurde

innosabi-Gründerteam: Jan Fischer, Catharina van Delden, Hans-Peter Heid, Moritz Wurfbaum

innosabi-Gründerteam: Jan Fischer, Catharina van Delden, Hans-Peter Heid, Moritz Wurfbaum (Foto: Veronika Wurfbaum)

Wie schaffen Sie es in Ihrem wachsenden Start-up diese Kultur zu leben? Welche Herausforderungen gibt es da?

van Delden: Wir vier Gründer hatten nie einen Chef, weil wir direkt aus der Uni heraus gegründet haben. In Sachen Unternehmenskultur haben wir viel ausprobiert. Und wir haben tolle Menschen mit ins Unternehmen geholt, die uns Feedback gegeben haben und mit uns die informellen Werte in formelle Strukturen und Prozesse gegossen haben, die die Unternehmenskultur manifestieren. Diese Formalisierung ist besonders wichtig, weil wir mittlerweile nicht mehr jeden neuen Mitarbeiter persönlich einstellen. Wir müssen uns darauf verlassen, dass unsere Kollegen Menschen auswählen, die ins Team passen und die Unternehmenswerte teilen.

Apropos innosabi – Ihre Entwicklung spielt eine wichtige Rolle für Ihren heutigen Erfolg, denn Sie haben den ein oder anderen Umweg hin zur Tech-Company genommen richtig?

van Delden: Genau. Das Thema Innovationsmanagement spielte von Anfang an eine Rolle. Aber gestartet sind wir als Beratung für Innovationsmanagement. Doch wir Gründer sind alle kleine Tech-Nerds und haben schnell gemerkt, dass sich unser Angebot sehr gut in Technologie gießen lässt. Die erste Plattform, UnserAller, haben wir noch selbst betrieben. Die Idee war, dass unsere Kunden mithilfe unserer Crowd von 20.000 Mitgliedern neue Produkte entwickeln. Da sind die verschiedensten Produkte entstanden – Duschgels, Nagellacke, Gürtel und Senf. Unser Ziel war es, diese Produkte selbst im Online-Shop zu verkaufen. Irgendwann kamen Kunden auf uns zu und fragten nach einer Whitelabel-Lösung dieser Plattform. Vor fünf Jahren haben wir dann angefangen diese Software anzubieten, mit der Unternehmen ihre Innovationsprozesse selbst gestalten können.

Warum waren die Zwischenschritte über die Beratung und UnserAller so wichtig?

van Delden: Durch diese Entwicklung kennen wir quasi den Schmerz unserer Kunden. Wir wissen wie schwer es ist ein neues Produkt zu entwickeln und an den Markt zu bringen. Wir sind keine Besserwisser, die an der Uni gelernt haben wie Innovationsmanagement funktioniert, wir haben diese Prozesse auch praktisch selbst durchlebt. Seit wir uns voll auf die Entwicklung von Software konzentrieren, haben wir das Gefühl, unser wahres Ich als Company gefunden zu haben. Wir entwickeln heute Tools, die unsere Kunden wirklich brauchen. Zwischendurch gab es auch wirklich harte Zeiten, in denen wir ein wenig in die falsche Richtung gelaufen sind. Das hätte uns finanziell fast ruiniert, da wir innosabi ohne Investoren betreiben. Dass trotzdem alle Gründer an Bord geblieben sind, hat uns zusammengeschweißt und stark gemacht.

Was motiviert Sie persönlich, auch über das Unternehmen hinaus aktiv in der Digitalszene mitzumischen?

van Delden: Mich treibt schon immer eine unglaubliche Neugier auf Neues an. Das hat mich dann nicht zufällig zu einer Gründung im Bereich Innovationen geführt. Und es ist großartig zu sehen, welche Aufmerksamkeit das Thema allgemein bekommt. Vor fünf Jahren konnte ich mit der Bundeskanzlerin über Innovationen sprechen. Durch meine Tätigkeit im Bitkom-Präsidium stehe ich in ständigem Austausch mit den Vorständen großer Unternehmen, kann von ihnen lernen. Das Wichtigste für mich: In diesem Gremium zählt meine Meinung genauso viel wie die eines Vorstands der Telekom, von IBM oder Cisco. Das ist wirklich irre, dieses Gefühl, gleichberechtigt mitgestalten zu können.

Teil 1: innosabi: Mit Innovationsmanagement-Software die Produktentwicklung beschleunigen

Teil 2: Innovationsmanagement mit agilem Crowdsourcing

Teil 3: Catharina van Delden: wie innosabi zum Agile Innovation-Profi wurde

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