An die Kette gelegt

Über die Zukunft und das Diversity-­Verhältnis

Leanne Kemp stammt aus Australien und hat Everledger gegründet

Leanne Kemp stammt aus Australien und hat Everledger gegründet (Foto: PR)

Ist die Blockchain heute, was das Internet vor gut 20 Jahren war?

Kemp: Als das HTTP 1989 erstellt wurde, was ja zur Entstehung des World Wide Web führte, ermöglichte es die Verbindung zweier Computer, um miteinander „sprechen“ zu können. Bei der Entwicklung einer weiteren Protokollinnovation, SMTP, wurden dann die E-Mail-Anwendungen entwickelt. Das ermöglichte uns, auf eine neue Weise miteinander zu kom­mu­nizieren. Und in der gleichen Art und Weise entstand mit der von Satoshi Nakamoto entwickelten Blockchain im Wesentlichen ein Peer-to-peer-Protokoll, das die Übertragung von Vertrauen ermöglicht.

Werden wir auch in Zukunft über die Blockchain sprechen – oder dominieren dann vielleicht ganz ­andere Technologien?

Kemp: Die Blockchain ist zwar aktuell ein heißes Thema in ­Medien und Präsentationen. Ich glaube aber nicht, dass wir später noch groß über sie sprechen werden – genauso wenig wie über E-Mails oder Browser. Dies sind allesamt eben nur bloße Anwendungen, die in die aktuellen Internet-Tools eingearbeitet sind und mit denen wir arbeiten und leben. Wir werden aber sicherlich noch über die Anwendungen von Blockchain sprechen. Denn damit können wir Informationen, die bislang nur zentralisiert zur Verfügung stehen, gemeinsam nutzen. Man könnte sagen, das World Wide Web wird damit zum Word Wide Ledger, zu einer Art weltweitem Register.

Lassen sich neben Diamanten auch andere Wert­gegenstände in die Blockchain bringen?

Kemp: Ja, wir haben Pionierarbeit geleistet und uns weiterentwickelt. Wir erschließen immer neue Märkte mit der Blockchain – beispielsweise für die Rückverfolgbarkeit von Farbedelsteinen, aber auch von hochwertigem Wein, Kunstgegenständen sowie wichtigen Mineralien und Metallen. Wir sind davon überzeugt, dass die Anwendung dieser Technologie für die Rückverfolgbarkeit in all jenen Märkten wichtig ist, in denen Transparenz und Provenienz von Bedeutung sind.

Welche Erfahrungen haben Sie als Frau in den beiden von Männern dominierten Branchen Finanzen und Technologie gemacht?

Kemp: Ich habe mich immer auf meine Arbeit konzentriert und sie für sich sprechen lassen. Es gab ­viele intensive Gespräche über Frauen in der Technologie-Branche und Gründerinnen. Das Diversity-­Verhältnis hat sich im Vergleich zur Zeit vor mehr als einem Jahrzehnt definitiv schon verbessert. Aber es gibt noch viel Nachholbedarf. Mir hat das sehr bewusst gemacht, dass es notwendig ist, andere Frauen in diesen Bereichen zu unterstützen. Ich will Frauen, die in diese Sparten einsteigen möchten, Mut machen.

Teil 1: Blockchain und Diamanten: Leanne Kemp

Teil 2: Über die Zukunft und das Diversity-­Verhältnis

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