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Priorität: Datenschutz und IT-Sicherheit

Unternehmen sind sehr leichte Opfer – vor allem im Mittelstand, auf den laut Bitkom sechs von zehn Cyberangriffen abzielen. Wie sich Unternehmer schützen ­können und wer im Notfall hilft.

91 Prozent der Cyberangriffe beginnen mit infizierten E-Mails

Augen auf: 91 Prozent der Cyberangriffe beginnen mit infizierten E-Mails (Foto: Getty Images/ilyaliren)

Der Besuch bei einem Lebensmittelhändler in Nürnberg steht an, danach ein Store-Check beim Einzelhandel in Fürth, und die Zeit dazwischen wird genutzt, um schnell ein paar potenzielle Kunden anzuschreiben: ein typischer Tag eines Vertriebsmitarbeiters des Fruchtgummi­herstellers Trolli. Um mobil auf wichtige Firmendaten zugreifen und auf Kundenanfragen schnell reagieren zu können, haben deshalb alle Trolli-Außendienstmitarbeiter mobile Endgeräte bekommen.

Datenschutz und IT-Sicherheit hatten dabei für Trolli-CIO Helmut Gruhn absolute Priorität. Um Smartphones einfach konfigurieren und zentral verwalten zu können und um sensible Daten zu schützen, setzt er auf das „Enterprise Mobility Management“ (EMM).

Die Software stammt vom IT-Dienstleister MobileIron; die Telekom betreibt den Service in ihren Rechenzentren in Deutschland. Mit der EMM-Lösung ist die gesamte Geschäftsumgebung auf dem Smartphone in sogenannte Container gekapselt. Über ein Passwort gelangen Mitarbeiter in den Businessbereich, auf den ausschließlich privat genutzte Apps nicht zugreifen können. So sind die Firmendaten stets sicher – selbst dann, wenn Unternehmen die private Nutzung von Dienst-Tablet und -Smartphone erlauben.

Hacker haben leichtes Spiel

Dass solche Maßnahmen auch für kleine und mittelständische Unternehmen ein absolutes Muss sind, sollte inzwischen jedem Unternehmer klar sein. Denn: Social Media, Cloud-Computing, mobiles Arbeiten – all das trägt zu mehr Agilität und Flexibilität bei. Und öffnet zugleich Tür und Tor für Ryuk, Emotet, Wanna­Cry, Petya, Locky und Co. Solche Schadprogramme, die Daten ausspionieren, vernichten oder den Zugriff darauf sperren, sind der Albtraum eines jeden IT-Verantwortlichen und Firmenchefs.

Laut Verfassungsschutz wird alle drei Minuten ein Unternehmen in Deutschland angegriffen. Datenverlust, Wirtschaftsspionage, Haftpflichtansprüche Dritter aufgrund von Datenschutzverletzungen, Störungen in den betrieblichen Abläufen bis hin zum Produktionsstillstand: Schlagen Cyberkriminelle zu, sind die Folgen oft verheerend. Und teuer. In der Studie „Securing the Digital Economy“ des Beratungsunternehmens Accenture heißt es, weltweit drohten Unternehmen durch Cyberattacken in den nächsten fünf Jahren Mehrkosten und ­Umsatzeinbußen in Höhe von rund 5,2 Billionen US-Dollar.

Erst die Technik, dann die Sicherheit?

„Um resistent gegen Cyberangriffe zu werden, müssen Unternehmen dafür sorgen, dass Security ein integraler Bestandteil aller Projekte wird“, sagt Uwe Kissmann, Geschäftsführer der Cybersecurity-Einheit von Accenture in Europa. Die Realität sieht aber – noch – anders aus: Vier von fünf deutschen Managern gaben in der Accenture-Studie an, dass ihr Unternehmen neue Technologien bereits eingesetzt hatte, bevor die Sicherheitskonzepte angepasst werden konnten.

Teil 1: Priorität: Datenschutz und IT-Sicherheit

Teil 2: Das größte Sicherheitsrisiko? Die Mitarbeiter.

Teil 3: KMU sind leichte Beute für Hacker

Teil 4: Interview mit Mathias Scheuber

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