Tech Trends 2018: „Im KI-Bereich könnte deutlich mehr passieren“

Cross-Industry-Innovationen

HWWI-Chef Henning Vöpel über die Perspektiven von Smart-Factory-Konzepten.

Professor Dr. Henning Vöpel ist seit 2014 Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts

Professor Dr. Henning Vöpel ist seit 2014 Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Smart Factory und Arbeitswelt 4.0 – wie sieht der Volkswirt die Themen?

Henning Vöpel: Beides sind zentrale Aspekte der digitalen Transformation. Die Smart Factory birgt enorme Effizienzpotenziale. Insbesondere die Nutzung von 3-D-Druck, Blockchain und Künstlicher Intelligenz ermöglicht eine individualisierte Fertigung auch bei geringer Losgröße. Die kürzeren Innovationszyklen erfordern zudem agile Organisationen und flachere Hierarchien, also ein verändertes Arbeitsumfeld.

Hält Deutschland international Schritt?

Vöpel: Deutschland ist eine industriell geprägte Volkswirtschaft. Die Smart-Factory-Entwicklung ist daher zentral. Mein Eindruck ist, dass in vielen Unternehmen und im B2B-Bereich vieles passiert. Gerade im Bereich Künstlicher Intelligenz könnte aber deutlich mehr geschehen. Das erstaunt, weil die deutsche Wirtschaft sehr prozessorientiert ist und daher KI potenziell eine sehr starke Relevanz haben müsste.

Welche Branchen haben besonderes Potenzial?

Vöpel: Für alle Branchen, in denen es eine zunehmende Differenzierung der Produktnachfrage, Flexibilisierung der Produktion und Komplexität der Entscheidungen gibt. Dort wird der Einsatz der Smart Factory besondere Effizienzvorteile haben – beispielsweise in der Autoindustrie, im Pharmabereich oder in der Medizintechnik.

Können auch kleinere Unternehmen profitieren?

Vöpel: Gerade kleinere Unternehmen sollten von der Entwicklung profitieren, denn der Einsatz der Smart Factory reduziert die Größenvorteile in der traditionellen industriellen Produktion. Kleinere Unternehmen können wieder verstärkt vertikal Produktionsstufen integrieren und die Ab­hängigkeit von Zulieferern reduzieren. Zudem bieten sich Möglichkeiten der Diagonalisierung von Geschäftsmodellen. Das heißt, dass Cross-Industry-Innovationen wichtiger werden. Hier kann der Mittelstand schneller und agiler sein.

Teil 1: Von der Digitalisierung zur smarten Fabrik

Teil 2: Kollaboration von Mensch und Maschine?

Teil 3: Cross-Industry-Innovationen

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