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Mike Shinoda: Social-Posts für seine Freunde

Als Marke sollte man mehr Zeit darauf verwenden, den Menschen etwas von Wert zu bieten, anstatt sie zum Kaufen der eigenen Produkte aufzufordern, fordert Linkin Park-Mitglied Mike Shinoda im DUB UNTERNEHMER-Interview.

Mike Shinoda: Der digitale Rockstar, Künstler und Unternehmer im Gespräch mit den DUB UNTERNEHMER-Redakteuren Felicitas Daxner und Thomas Eilrich.

Mike Shinoda: Der digitale Rockstar, Künstler und Unternehmer im Gespräch mit den DUB UNTERNEHMER-Redakteuren Felicitas Daxner und Thomas Eilrich (Foto: JDB MEDIA/Felicitas Daxner)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Du bist ein Early Adopter von Technologien – und hast diese durch deine Band Linkin Park bereits sehr früh in deiner Karriere genutzt. Inwiefern hat das euren beziehungsweise deinen Erfolg beeinflusst?

Mike Shinoda: Wir waren einfach immer an neuen Dingen interessiert. Als wir zum ersten Mal in winzigen Clubs spielten, haben wir beispielsweise ein kleines Stück Papier an die Leute auf der Straße verteilt. Sie sollten darauf Namen und E-Mail-Adresse eintragen, um Teil des Fanclubs zu werden – die Hälfte der Leute konnte aber gar keine Mailadresse angeben, da sie noch keine hatten. Als Myspace populär war, nutzten wir das – als es Facebook war, Facebook, oder Twitter, Instagram, Snapchat. Dort posten wir Content, den unsere Fans sehen wollen, dazu aber normalerweise nicht die Chance hätten. Ich besitze zum Beispiel ein Paar Turnschuhe, das ich immer wieder anmale und dessen Design sich so alle paar Tage ändert. Also mache ich immer wieder Fotos von ihnen und trage sie bei Shows.

Postest du persönlich die Beiträge?

Shinoda: Wenn ich Gespräche über dieses Thema führe, ist die Denkweise oft eine unternehmerische, und das verstehe ich. Aber so nutze ich Social Media nicht. Ich habe niemanden, der für mich die ganze Zeit postet. Im Falle der wenigen Ausnahmen, bei denen es nicht mein Beitrag ist, sitze ich vielleicht im Flugzeug oder schlafe. Im Allgemeinen poste ich also in der gleichen Art und Weise, wie man für seine Freunde posten würde. Wenn ich etwas veröffentliche, stelle ich mir die Frage: Was wollen meine Freunde zu Hause sehen oder was würde meine Freunde begeistern?

Der persönliche Bezug ist also sehr wichtig für dich?

Shinoda: Nun, das ist der einzige Weg. Ich verkaufe nichts. Man sollte mehr Zeit damit verbringen, den Menschen etwas von Wert zu geben, als sie zu bitten, etwas für dich zu tun. Wenn alle deine Beiträge lauten "Kaufe meine Sache", "Unterstütze meine Sache", "Ich bin auf Tour, kauf’ meine Tickets" ist das lächerlich. Ich würde niemandem folgen, der das tut.

Viele Leute handeln allerdings so, wie du es gerade beschrieben hast ...

Shinoda: Weil es ein Produkt ist, wenn es sich wie ein Produkt anfühlt. Meine Freunde Bobby und Ben haben vor Jahren die Bekleidungsfirma „The Hundreds“ gegründet. Sie sind sehr etabliert und mittlerweile eine angesehene Streetwear-Marke. Sie sind nicht Nike und nicht Adidas – und ich glaube nicht, dass sie das jemals sein werden. Wegen ihrer Integrität. Und weil es bei Ihnen um Storytelling und Kultur geht, ist es eher ein Medienunternehmen als eine Marke. Die Leute kaufen ihre Kleidung, weil sie an die Marke glauben.

Was können wir in Zukunft von dir als Solokünstler erwarten?

Shinoda: Momentan bin ich auf Tour, beende sie hier in Europa und werde dann etwa einen Monat in den USA sein. Und dazwischen wahrscheinlich mehr Musik schreiben, mehr Kunst machen und mir andere Projekte ansehen.

Komponierst du deine Songs auf dem Smartphone?

Shinoda: Manchmal sitze ich in einer Hotel-Lobby am Klavier und nehme den Audioclip mit meinem Handy auf – in diesem Szenario besteht der kreative Moment allerdings zwischen mir und einem organischen Instrument. In einer anderen Situation habe ich die Demo auf dem Smartphone oder Laptop produziert, komplett digital. In meinem Studio Zuhause habe ich hingegen alle Möglichkeiten, dort ist alles integriert.

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