me Convention: Meere ohne Fische?

Ozeane durch Plastik-Verschmutzung bedroht

Captain Alex Cornelissen, CEO der internationalen Meeresschutzorganisation Sea Shepherd, über sein Leben als Aktivist und den Weg in eine Zukunft mit weniger Plastik.

Größte private Marine: Eines von 13 Schiffen der Sea-Shepherd-Flotte

Größte private Marine: Eines von 13 Schiffen der Sea-Shepherd-Flotte (Foto: dpa/abaca)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Vor rund 20 Jahren haben Sie bei Sea Shepherd angefangen, gaben Wohnung und Job dafür auf. Welche sind heute Ihre Hauptaufgaben?

Alex Cornelissen: Ich leite die globalen Operationen, also die einzelnen Schiffe und Besatzungen. Allein im vergangenen Jahr haben wir 25 Kampagnen realisiert und sind aktuell mit 13 Schiffen im Einsatz – der größten privaten Marine der Welt. Unsere Hauptaktivitäten liegen zurzeit in Afrika. Wir arbeiten dort mit den Regierungen von Liberia, Tansania und Gabun zusammen und patrouillieren hauptsächlich auf der Suche nach Wilderern in ihren Gewässern.

Wie steht es um die Gesundheit der Ozeane?

Cornelissen: Es gibt zwei große Probleme: zum einen die illegale Fischerei, zum anderen die Verschmutzung durch Plastik. Letztere ist als ein Kernthema innerhalb der vergangenen fünf bis zehn Jahre zu unseren eigentlichen Aktivitäten hinzugekommen.

Strohhalme aus Glas statt aus Plastik, Mehrweg- statt Einwegbecher für den Kaffee – kleine Entscheidungen, die Großes bewirken können?

Cornelissen: Ich denke, dass Konsumenten die Produzenten mit ihren Entscheidungen dazu zwingen können, ihre Politik zu verändern. Ein Beispiel: Wie würden die Menschen im Supermarkt wohl reagieren, wenn jeder, der dort einkauft, damit anfängt, die Produkte an der Kasse auszupacken, die Plastikver­packung dort zu lassen und zu sagen: „Danke, aber ich möchte das nicht.“ Ein Einzelner würde so sicher als Idiot dastehen. Aber wenn jeder so handeln würde, wären die Supermärkte gezwungen, ihre ­Politik zu ändern – und in der Folge ebenso die Hersteller. Wir als Konsumenten halten demnach ein sehr machtvolles Werkzeug in unseren Händen. Generell gilt: Schaue beim Einkauf nicht nur auf das Produkt, sondern sieh dir an, wie es produziert ­wurde. Ist es in Plastik verpackt? Dann entscheide dich für eines in Glas.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie in die Zukunft?

Cornelissen: Die Aussichten hinsichtlich des Zustands der Ozeane sind ganz und gar nicht gut. Der Meeresbiologe Daniel Pauly sagte zum Beispiel vor einigen Jahren, dass sie bis zum Jahr 2038 völlig frei von kommerziell nutzbarem Fisch sein werden. Und wir sehen, dass es sogar noch schneller geht. Die Fische werden dahin und durch Plastik ersetzt sein. Bereits heute ist die Menge an Plastik in den Meeren höher als die Biomasse.

Das interessiert andere Leser

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser