Sonderveröffentlichung der KfW

Finanzierung im Mittelstand

Alles im Lack – dank digitaler Produktion und Förderkredit

Mittelstand und Digitalisierung passen nicht zusammen? Weit gefehlt. Der fränkische Lack-Spezialist Weilburger Graphics hat die Produktion erfolgreich umgestellt und konnte so die Wettbewerbsfähigkeit deutlich steigern.


Digitalisierung bei Weilburger Graphics GmbH, Geschäftsführer Günther Korbacher im Gespräch. (Foto: Media TV)

Dank einer hochmodernen, digitalen Produktionsanlage kann das fränkische Familienunternehmen Weilburger Graphics GmbH heute bis zu 30 Tonnen Lack binnen zwei Stunden produzieren. Zum Vergleich: Vor der Modernisierung war die Produktion im gleichen Zeitraum auf etwa fünf Tonnen Lack begrenzt. „Wir haben mit der neuen Anlage die Produktionszeiten um ein Vielfaches verkürzt“, so der Geschäftsführer Günther Korbacher. Zur Realisierung des Projektes wurde ein altes Versandlager zu einer neuen Werkhalle umgebaut. Rund sieben Monate dauerte die Umstellung auf modernste digitale Fertigungsmethoden.

Die Weilburger Graphics gilt als renommierter Spezialist für Lacke, Flexofarben und Kleber für die grafische Industrie. Druckereien in 70 Ländern werden von dem mittelfränkischen Traditionsbetrieb beliefert. Die Umstellung auf digitale Prozesse ermöglicht nun eine weitere Expansion. Für Korbacher ist der Schritt ins digitale Produktionszeitalter unverzichtbar: „Diese Anlage ist eine Investition in die Zukunft, um den Standort zu sichern und im internationalen Markt wettbewerbsfähig zu sein.“

Von 15 auf 40 % Marktanteil

Pro Jahr können mit der neuen Produktionsanlage anstatt wie bisher 14.000 nun bis zu 22.000 Tonnen Lack gefertigt werden. So lassen sich in Gerhardshofen dank flexiblerer Produktionsmöglichkeiten ehrgeizige Ziele in Angriff nehmen: Aktuell verfügt der Betrieb über 15 % Anteil am europäischen Markt für Drucklacke, mit der neuen Anlage könnte dieser Anteil in zwei Jahren auf etwa 40 % steigen.

Bei der Weilburger Graphics GmbH ist somit sprichwörtlich alles im Lack – wie auch bei anderen Unternehmen, die auf digitale Produktionsverfahren umgestellt haben. Denn die Digitalisierung verspricht nicht nur die Steigerung der Produktivität und der Produktqualität. Durch eine verbesserte Fehlererkennung und infolge einer Reduktion der Ausfallzeiten lassen sich auch spürbar die Kosten senken.

Günstiges Umfeld für Investitionen

Die Weilburger Graphics GmbH hat 2018 rund sieben Millionen Euro in die Digitalisierung der Produktion investiert und das derzeit günstige Umfeld für Modernisierungsinvestitionen genutzt. So finanzierte der Lackhersteller einen Teil der Investitionssumme mit dem ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW. Mit diesem Kreditprogramm unterstützt die Förderbank KfW Digitalisierungsvorhaben von Unternehmen und Freiberuflern mit zinsgünstigen Darlehen von bis zu 25 Millionen Euro.


Unternehmen können damit etwa additive Fertigungsverfahren wie den 3D-Druck oder die Vernetzung der Produktionsanlagen finanzieren. Des Weiteren lassen sich die Kreditmittel aber auch für Maßnahmen zur Datensicherheit, digitale Vertriebskanäle oder den Ausbau innerbetrieblicher Breitbandnetze einsetzen.

Detaillierte Informationen zum ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit erhalten Sie auf: www.kfw.de/380