Erfolgsmodell Exzentriker

Viele Menschen werden im Vergleich zu Künstlicher Intelligenz wenig bieten können

Robert Luciani ist Gründer und Chief Technology Officer des schwedischen Big-Data- und Machine-Learning-Spezialisten LakeTide. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen Positionen bei Microsoft in Stockholm tätig. Er fordert von seinen Mitarbeitern Einzigartigkeit und sagt ...

Robert Luciani fällt auf. Der studierte Computerwissenschaftler setzt auch in seinem Start-up LakeTide auf Exzentriker


Robert Luciani
fällt auf. Der studierte Computerwissenschaftler setzt auch in seinem Start-up LakeTide auf Exzentriker (Foto: PR)

...über sein Unternehmen LakeTide:

Robert Luciani: Wir sind eine Handvoll Leute, deren Anzahl sich nach oben oder unten bewegt, abhängig von den Bedürfnissen des Unternehmens. Und es ist wirklich einer der Bereiche, in dem eine Person tun kann, was fünf Leute tun können, wenn es die richtige Person für den Job ist. So gelingt es uns, ziemlich viel mit einem kleinen Team zu erreichen. Das genieße ich sehr. Zurzeit arbeiten wir viel mit Fokus auf  neue KI-Technologien, weil wir glauben, es ermöglicht den Kunden einen neuen Nutzen, den es bisher nicht gab. Wir nehmen nicht nur etwas Existierendes und verbessern es geringfügig. Ich glaube, dass wir gänzlich neue Wertquellen schaffen, was der Grund ist, warum ich Künstliche Intelligenz beziehungsweise KI so sehr mag. Und ich glaube, es gibt zwei Arten, wie man zu einer KI kommt. Entweder man nähert sich ihr von einem Analytik- und Mathematikhintergrund oder von einem computerwissenschaftlichen oder experimentellen Hintergrund, wobei beide wichtig sind. Aber es gibt einen gewissen Unterschied zwischen beiden. Die Leute benutzen verschiedene Sprachen und Zugänge zu den Methoden. Eins ist mehr empirisch, eins ist mehr analytisch. Und so würde ich sagen, dass wir eher aus der Computerwissenschaft und dem Engineering kommen. So bin ich zu KI gekommen.

...über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz (KI):

Luciani: Die Leute wussten noch nicht, wozu der Transistor gut ist, als sie ihn entwickelten, außer der Verstärkung der elektrischen Leistung. Mit KI wird es genauso sein. Das wird sicherlich nicht in den nächsten fünf Jahren passieren, aber wir alle werden hoffentlich in 30 Jahren noch leben, und ich glaube, in diesem Zeithorizont wird es sehr schwer sein zu sagen, was der Hauptzweck, die Vorteile und die gesellschaftlichen Veränderungen sind, die die Künstliche Intelligenz mit sich bringt. Kurzfristig übernimmt sie bestehende Systeme und verbessert sie marginal. So haben wir schon Algorithmen, die uns helfen, Dinge besser vorauszusagen, die sich im Krankenhaus ereignen, oder uns helfen, Betrug vorauszusagen. Aber was wirklich spannend ist, sind die gänzlich neuen Anwendungsfälle, die Künstliche Intelligenz ermöglicht. Neue Möglichkeiten der menschlichen Interaktion, neue Dienste und derartige Sachen.

...über den Einfluss von KI auf Arbeitsplätze:

Luciani: Viele Leute sind voller Hoffnung, weil wir früher in der Lage waren, uns von manueller Arbeit zu trennen und uns mit Dingen zu beschäftigen, worin wir gut waren, das heißt im Denken. Aber wir scheinen uns einer Schwelle zu nähern, wo die Menschen immer weniger anzubieten haben. Viele Menschen sind nicht in der Lage, sehr schwere Dinge zu heben, und so hat genauso nicht jeder die Fähigkeit Dinge im Kopf zu abstrahieren. Einige Leute sind gut in Musik, einige Leute sind gut in Finanzfragen – wir alle haben unsere Stärken im Kopf, wie wir unsere Stärken im Körper haben. Aber wenn man an den Punkt kommt, wo Maschinen anfangen, auch in diesen geistigen Tätigkeiten gut zu sein, könnte es auch eine Reihe von Menschen geben, die im Gegenzug sehr wenig anzubieten haben. Ich habe eine etwas düstere Prognose diesbezüglich, aber ich glaube, das wird sich über einen sehr langen Zeitraum hinziehen. Andererseits glaube ich auch, dass KI uns eine enorm gesteigerte Lebensqualität bringt. Wir sehen schon, dass sie genutzt wird, um Arzneimittel zu entwickeln, um das Gesundheitswesen zu verbessern, wir nutzen KI, um Menschen beim Lernen zu helfen. Wir nutzen KI auch bei der Strafverfolgung, um sicherzustellen, dass Richter weniger befangen sind.

Teil 1: Viele Menschen werden im Vergleich zu Künstlicher Intelligenz wenig bieten können

Teil 2: Künstliche Intelligenz lässt sich nicht verbieten

Teil 3: Wer nicht programmieren kann wird irgendwann ersetzt

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