Erfolgsmodell Exzentriker

Wer nicht programmieren kann wird irgendwann ersetzt

Begeistert von Robotern und KI: Start-up-Unternehmer Robert Luciani entwickelt mit seinem Team Machine Learning-Lösungen und berät sie zum Thema Datenmanagement

Begeistert von Robotern und KI: Start-up-Unternehmer Robert Luciani entwickelt mit seinem Team Machine Learning-Lösungen und berät sie zum Thema Datenmanagement (Foto: PR)

...über seine eigene Motivation, KI weiterzuentwickeln:

Luciani: Ich war immer begeistert von Filmen wie The Matrix. Ich war interessiert an Betriebssystemen. Das goldene Zeitalter der Betriebssysteme waren die 1980er und 1990er Jahre. Als ich an der Universität war, war ich sehr beunruhigt, dass ich die Gelegenheit verpasst hatte. Computer wurden damals erfunden, das Internet wurde damals erfunden, Betriebssysteme, die Theorien dahinter wurden damals erfunden, das ist alles vorbei. Aber jetzt passiert es wieder, man hat zwei Technologien, eine sind Kryptographie-Systeme, zum Beispiel Blockchains, das andere ist die KI-Technologie und die wird viel größer sein. Deshalb bin ich davon sehr begeistert. Alles von Robotern bis Science Fiction begeistert mich, und es ist so toll, dass die Schwelle, sich damit zu beschäftigen, so niedrig ist. Jeder kann damit anfangen. Das einzige, was ich sagen würde, ist, dass jeder wissen muss, wie man programmiert. Wenn man das nicht kann, wird man in der Zukunft benachteiligt sein. Man muss kein erfahrener Programmierer sein. Ich bin es auch nicht. Für die Kinder von heute wird es ein großes Problem in Zukunft, wenn sie nicht wissen wie man programmiert. Sie werden zu der unteren Hälfte gehören, die es schwer haben wird, nicht von Maschinen ersetzt zu werden.

...über Singularität:

Luciani: In einem gewissen Sinn glaube ich an die Singularität. Die Menschen sind egozentrisch, indem sie glauben, sie seien der Inbegriff der Intelligenz und universellen Denkens. Ich weiß, wie ein vierdimensionaler Würfel aussieht. Stellen Sie sich nur vor, wie ein 3D Würfel sich von einem 2D Würfel erweitert, und stellen Sie sich dann eine Dimension mehr vor. Können Sie das? Es ist nicht leicht. Und deshalb sind Menschen nicht unbedingt dafür gebaut, dies zu tun. Denn wir sind nicht universell fähig. Wir können gut berechnen, wie Steine geworfen werden, weil das in der menschlichen Entwicklung wichtig war. Aber wir sind nicht sehr gut darin, mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen. So könnte die Singularität kommen, aber sie könnte ganz anders aussehen, als wir es uns vorgestellt haben. Sie könnte nicht menschenähnlich sein. Es gibt etwas, das beim maschinellen Lernen Verlustfunktion heißt. Das heißt, man sagt der Maschine, was es ist, das bestimmt, ob eine Voraussage gut war oder nicht. Wenn die Voraussage schlecht war, schaut sie sich die Verlustfunktion an und versucht etwas zu ändern um einer bessere Voraussage zu bekommen. Wir Menschen haben einen Algorithmus mit dem Namen Evolution und die Verlustfunktion ist der Tod. Aber wenn ich ein automatisches Abrufprogramm habe, das das Gewicht seines neuralen Netzwerks alle fünf Sekunden auf einem Server sichert, muss es den Tod nicht fürchten. Es braucht keinen Schmerz zu empfinden. Es braucht keine der Werte zu besitzen, die wir Menschen für wichtig halten. Und wir sehen das bei einigen Tieren, zum Beispiel bei Bienen. So ist in einer Bienenkolonie jede Arbeiterin ein Klon jeder anderen Arbeiterin, was heißt, sie sind identisch. Wenn eine stirbt, ist es nicht schlimm, weil sie nicht richtig stirbt. Wir wissen, dass sich Bienen töten, wenn sie einen stechen. Bei den Tieren, bei denen Selbstmord okay ist, gibt es also oftmals eine Code-Ursache dafür. Daher könnte die Singularität in Zukunft überhaupt nicht sehr menschähnlich sein oder mit uns übereinstimmen.

... über die Anforderungen an seine Mitarbeiter:

Luciani: Die Menschen in unserem Unternehmen – mich eingeschlossen – glauben, dass wir erfolgreich sein werden, weil wir ziemlich exzentrisch sind. Jeder arbeitet mit viel Leidenschaft. Für mich ist jemand exzentrisch, der Dinge nicht nur oberflächlich beurteilt. Ich war schon immer ein Querdenker und mag es, bestehende Meinungen zu hinterfragen. Meine Devise: Stelle den Status quo infrage, denke immer einen Schritt weiter. Nur weil ein Tool populär ist, muss es nicht automatisch das Beste sein. Ich sage: Überlege immer, ob es etwas gibt, an das vor dir keiner gedacht hat. Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter sich von der Masse abheben, anders sind.

... über die Diversität und Einheit der Mitarbeiter:

Luciani: Es muss auch Gemeinsamkeiten geben. In unserem Fall ist es die Liebe zu Naturwissenschaften und Informatik. Unsere Mitarbeiter müssen keine Programmierer sein. Einer von ihnen hat zum Beispiel einen Abschluss in Stringtheorie, ein anderer ist Physiker. Aber egal ob es darum geht, etwas auszutüfteln, herauszufinden oder zu analysieren – was uns vereint, ist die Begeisterung dafür, Probleme zu lösen. Ich glaube, das hält uns zusammen, obwohl wir sehr unterschiedliche Menschen sind.

... über die Anforderungen einer erfolgreichen Entwicklung:

Luciani: Ich glaube, es gibt niemanden bei uns, der das Gefühl hat, dass die Arbeit jemals anfängt oder aufhört. Das ist uns jedoch nicht unangenehm. Wenn also ein Kollege nach der Arbeit einen anderen wegen eines Machine-Learning-Problems anspricht, wird das keineswegs als aufdringlich empfunden. Ich bin überzeugt davon, dass es diese Leidenschaft und Gewissenhaftigkeit braucht, um im Bereich der KI zu arbeiten und erfolgreich zu sein.

Teil 1: Viele Menschen werden im Vergleich zu Künstlicher Intelligenz wenig bieten können

Teil 2: Künstliche Intelligenz lässt sich nicht verbieten

Teil 3: Wer nicht programmieren kann wird irgendwann ersetzt

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