„Strebe nach Großem”

Die Vorteile cloudbasierter Software

CRM-Software Pipedrive-Mitgründer Martin Henk und Chief Revenue Officer Laurence Bret-Stern erklären, wie sie Werte, Innovation und Wachstum fördern.

Laurence Bret-Stern und Martin Henk stehen vor einer Wand mit dem Pipedrive-Logo

Laurence Bret-Stern und Martin Henk wollen mit Pipedrive den Markt für CRM-Software aufrollen (Foto: PR)

Die Zahl spricht für sich: 20.000 Euro verliert jedes deutsche Unternehmen pro Monat, weil Vertriebsprozesse mehr schlecht als recht organisiert sind. Das haben die Marktforscher von YouGov errechnet. Besonders kleine und mittlere Unternehmen könnten mithilfe digitaler Tools deutlich effizienter arbeiten und ihre Abschlussraten erhöhen. Genau auf diese Gruppe zielt Pipedrive ab. Das 2010 in Tallinn gegründete Unternehmen gehört zu den führenden Anbietern von cloudbasierter Software für Vertrieb und Customer-Relationship-Management (CRM).

Mit CRM-Systemen wurden 2017 weltweit rund 40 Milliarden US-Dollar umgesetzt – mehr als in jedem anderen Segment im Softwarebereich. Für dieses Jahr prognostizieren die Experten des Marktforschungsunternehmens Gartner ein Wachstum von 16 Prozent. Davon wollen auch Investoren profitieren: Erst kürzlich hat Pipedrive 50 Millionen Euro frisches Wagniskapital eingesammelt. Was Pipedrive-Mitgründer Martin Henk und Chief Revenue Officer Laurence Bret-Stern mit dem Geld machen wollen, verraten Sie im Interview.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Pipedrive betrachtet sich als Treiber der digitalen Transformation von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Sehen Sie geografische Unterschiede bei der Nachfrage nach Ihren Lösungen?

Laurence Bret-Stern: Anfangs waren wir beispielsweise in Brasilien sehr erfolgreich. Ich wollte wissen, woran das liegen könnte, und fand heraus, dass der Anteil von Vertrieblern an der brasilianischen Erwerbsbevölkerung riesig ist, ungefähr wie in den USA. In Deutschland oder Frankreich hingegen ist das anders. Dort funktioniert auch Kaltakquise nicht so gut. Daher ist die Nachfrage nach unserem Produkt geringer.

Wie sieht es auf dem heimischen Markt aus?

Martin Henk: In Estland sind wir mit Abstand am erfolgreichsten. Das liegt sicher auch daran, dass das Land in seiner digitalen Entwicklung generell sehr weit ist. Allerdings ist der estnische Markt extrem klein. Deshalb hatten wir von Anfang an auch das Ausland im Blick und haben unsere Lösungen auf Englisch entwickelt. So kam zwar unser erster Kunde aus Estland, der zweite aber bereits aus den USA.

Gibt es einen typischen Pipedrive-Nutzer?

Bret-Stern: Sie kommen aus den unterschiedlichsten Branchen. Wir haben Kunden, die Traktoren bauen. Auch Baufirmen nutzen Pipedrive. Oder kleine Beratungsunternehmen und Firmen aus dem Finanzsektor.

Henk: Wir sind für jeden interessant, der sich keine Verkaufsgelegenheiten entgehen lassen will. Potenzielle Kunden fragen wir: „Wann ist Ihnen das letzte Mal ein Vertragsabschluss entgangen, weil sie nicht nachgehakt oder eine Visitenkarte verloren haben?“ Das ist jedem schon einmal passiert, alle kennen das Problem. Es gibt aber auch jenseits des Vertriebs Anwendungsbereiche für Pipedrive. Unternehmen nutzen die Software zum Beispiel bei der Suche nach Personal oder Finanzierungsmöglichkeiten.

Muss ein Unternehmen bestimmte Voraussetzungen mitbringen, um CRM-Software nutzen zu können?

Henk: Nein, das hat nichts mit dem digitalen Reifegrad eines Unternehmens zu tun. Pipedrive ist sowohl für Neugründungen als auch für etablierte Firmen geeignet. Es kommt in erster Linie auf den Vertriebsprozess an. Ist dieser eher komplex, kann unsere Software helfen. Ab einer gewissen Unternehmensgröße machen aber gezielt auf den Anwender zugeschnittene Produkte mehr Sinn. Große Firmen gehören daher nicht zu unserer Zielgruppe.

Teil 1: Cloudbasierte Software

Teil 2: Digitaler Megatrend: Automatisierung

Das interessiert andere Leser

  • Mittelstandsfinanzierung ohne Bank

    Sie wollen Ihr Unternehmen voranbringen? Doch die Bank macht Ihnen das Leben schwer, verlangt immer neue Dokumente und prüft und prüft und prüft?

  • Neuer DUB-Branchenbaum 2018

    Wir haben den Branchenbaum vereinfacht. Branchen wurden neu sortiert und Teilbranchen zusammengelegt. Was Sie jetzt bei Ihren Inseraten und Suchen beachten sollten.

  • Digitale Kundenansprache meistern

    Bei der digitalen Customer Journey haben deutsche Unternehmen noch Nachholbedarf. Professor Julian Kawohl von der Hochschule für Technik und Wirtschaft erläutert, wo es hakt.

  • Rückblick auf den WHU Campus for Family Business 2018

    In Workshops und Podiumsdiskussionen tauschten sich die 160 Teilnehmer, überwiegend etablierte Familienunternehmer sowie die Nachwuchsgeneration, zu ihren Erfahrungen aus.

  • Externe Unterstützung willkommen – das Eigenkapital der Familienunternehmen wird knapp

    Familienunternehmen müssen sich mehr und mehr Investoren von außen öffnen. Eine Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, analysiert die Ursachen für diese Entwicklung.

  • Unternehmensnachfolge: Deutscher Mittelstand im Fokus von Übernahmen und Fusionen

    Deutschen Mittelstandsbetrieben steht in den nächsten Jahren ein großer Besitzerwechsel bevor. Allein bis 2022 sind mehr als 500.000 Inhaber von kleinen und mittleren Firmen auf der Suche nach einem ...

  • Bemessung des Unternehmerlohns

    Für jede Unternehmensbewertung ist im Aufwand ein drittvergleichsfähiger Unternehmerlohn anzusetzen. Wie hoch ist er anzusetzen, welche Maßstäbe gelten dafür?

  • Gewinnspiel zum Buch "Familienexternes Management im Mittelstand"

    Wir verlosen drei Fachbücher zum Thema Unternehmensnachfolge außerhalb der Familie. Weitere Informationen zum Buch und zum Gewinnspiel gibt es hier.

  • Oasen zum Verlieben

    So langsam steigt wieder die Lust auf Wellnessurlaub. Das DUB UNTERNEHMER-Magazin und Travelcircus stellen drei der schönsten Spa-Tempel in Deutschland und Österreich vor.

  • Thomas Röhler: „Sport-Stipendiat des Jahres“

    Der Olympiasieger und Europameister im Speerwerfen ist zum „Sport-Stipendiat des Jahres 2018“ gekürt worden. Die Deutsche Bank verdoppelt nun sein Stipendium für die nächsten 18 Monate auf 800 Euro.

  • Franchisesystem Town & Country Haus wird Preisträger des Hausbau-Design Awards 2018

    Erster Platz in der Kategorie „Bungalows“ – so lautete das Ergebnis des diesjährigen Hausbau-Design Awards für einen Entwurf von Town & Country Haus.

  • FranchiseExpo18 – ein Rückblick auf Deutschlands größte Franchise Messe

    Die Franchise Expo 2018 war für DUB.de und die gesamte Franchise-Szene ein voller Erfolge. Ein Resümee.

  • Moderne Klassik

    Als besonders robust und zuverlässig gelten die mechanischen Zeitmesser des Frankfurter Herstellers Sinn Spezialuhren. Das liegt an eigens entwickelten technologischen Lösungen.

  • Zeit ist Qualität

    Guter Champagner braucht einen guten Wein. Und drei Zutaten: Leidenschaft, Handwerk sowie Geduld. Wir haben die Geheimnisse des Edel-Schaumweins vor Ort bei Bertrand Lhopital erkundet.

  • Volle Pulle Vintage

    2.000 Kilometer von Nordschottland nach Südengland. Ein Erlebnis auf knorrigen alten Motorrädern und neue Heritage-Bikes. Bei der „The Great Mile“ dabei: unser Autor Ralf Bielefeldt.

  • Stromern, nicht knattern

    Elektromobilität ist modern, trendig und umweltfreundlich. Doch auch E-Autos sind in überfüllten Städten ein Fehler. Die Alternative: der elektrisch angetriebene Roller Unu.

  • Schneller Deal - Franchisegeber in der mobilen Fritteusenreinigung

    Zügig und effizient läuft die Suche nach Franchisenehmern bei FiltaFry ab. Im besten Fall vergeht von der Bewerbung bis zur Vertragsunterzeichnung nur ein Monat. Wobei achtet der Franchisegeber bei der ...

  • Reite die Welle

    Die Balance halten – darum geht es beim Surfen wie in der Wirtschaft. Wie das Beispiel von Robby Naish zeigt. Seine Entwicklung vom Weltklassesurfer zum erfolgreichen Unternehmer.

  • Drei Tage Willenskraft

    Im Face-Camp von Box-Champion und Ideengeber Wladimir Klitschko arbeiten Führungskräfte an einer persönlichen Herausforderung. Ein Selbstversuch von Redakteur Arne Gottschalk.

  • Familienunternehmen: Mit externen Anteilseignern den Investitionsstau lösen

    Private-Equity-Investoren liebäugeln immer stärker mit dem Einstieg bei Familienfirmen. Sie können helfen, dass Familienunternehmen, die Anteile verkaufen wollen, mit der neuen Finanzkraft stärker investieren.

  • „Brauchen digitalere DNA“

    Frank Thelen fordert und fördert in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ junge Start-ups. Der Bundesrepublik verordnet er ein 360-Grad-Aufputschpaket für Wagniskapital.

  • Titelthema: Märchenhafte Reise

    Ob Dax-Konzern oder Familienbetrieb, Start-up oder Traditionsunternehmen, B2B oder B2C: Kaum etwas wird in Chefetagen so heiß diskutiert wie die Customer-Journey.

  • Eigene Firma gründen: Das sind die ersten Schritte

    Frei von den Zwängen des Angestelltendaseins: das ist nur ein Motiv, ein Unternehmen zu gründen. Folgende Liste bietet Tipps für einen erfolgreichen Start.

  • Jetzt bewerben: Deutscher Exzellenz-Preis 2019

    Die top-besetzte Jury des Deutschen Exzellenz-Preises kürt Herausragendes. Entscheiderinnen und Entscheider können sich in allen Award-Kategorien noch bis zum 1. Oktober 2018 bewerben.

  • Mit Franchise um die ganze Welt

    Viele Geschäftsideen, die in Deutschland großen Erfolg haben, stammen ursprünglich aus dem Ausland. Nach Deutschland kamen sie via Franchise und bieten für Gründer viele Möglichkeiten.

  • Unternehmensnachfolge - die richtigen Werte zählen

    Unternehmensnachfolge Beratung braucht Empathie - nicht nur Branchenexpertise und Unternehmertum werden gesucht, sondern auch die richtige Vision fürs Unternehmen.

  • Wie intelligent ist mein Unternehmen?

    Gratis: DUB startet Deutschlands größte Unternehmer-Umfrage – zusammen mit KPMG und den Hochschulen in Paderborn und Regensburg. Am Schnelltest teilnehmen und sofort Auswertung erhalten!

  • Unternehmensnachfolge per Management-Buy-Out

    Ein Management-Buy-Out bietet für alle Parteien eine Chance, ihre Ziele zu erreichen - ob Unternehmer, Führungskraft oder Vermögensinhaber

  • Entdeckt euch!

    Pascal Finette sucht und findet die Antworten auf die Frage „What’s next?“. Der Dozent der Singularity University stellt sich dem redaktionellen Kreuzfeuer in Hamburg. Das Ergebnis: ein Weckruf.

  • Angriff aufs Irrationale

    Welche Mechanismen machen Google, Amazon und Co. so erfolgreich? In seinem Buch „The Four“ wagt Marketingprofessor Scott Galloway einen Erklärungsversuch.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser