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Interview: Michael Fieg, Managing Director, parsionate GmbH

Zum Unternehmen: Die parsionate Gruppe zählt zu Europas führenden Experten für Stammdaten (Master Data Management) und Produktdatenlogistik (Product Information Management) und unterstützt Unternehmen dabei, die Digitale Transformation erfolgreich zu meistern.

Michael Fieg ist Managing Director der parsionate GmbH

Michael Fieg ist Managing Director der parsionate GmbH (Foto: PR).

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Ihre erste Einschätzung: Hat Ihnen der Test etwas gebracht?

Michael Fieg: Ja, weil er uns als Unternehmern in kurzer Zeit die richtigen Fragen stellt und uns nochmal zwingt darüber nachzudenken, ob wir die richtigen Dinge verfolgen. Die Fragen sind kurz und bündig und bringen es auf den Punkt. Die relevanten Fragen in Bezug auf die Digitalisierung sind für uns als Unternehmen nicht neu, da wir europäische Großkunden in ihren Digitalisierungsprojekten, vor allem im Bereich der Stammdaten und Datenqualität, unterstützen. Aber es war interessant, diese Fragen auch einmal auf das eigene Unternehmen auszurichten.

Gab es bei einer bestimmten Frage einen aha-Effekt?

Fieg: Ich habe in Bezug auf die Kommunikation, sowohl mit den Mitarbeitern als auch mit unseren Kunden, nach dem Test noch einmal eine Checkliste erstellt und erkannt, dass wir da durchaus unsere Prozesse optimieren können. Unsere Kunden sind beispielsweise gewohnt, per Telefonkonferenz zu kommunizieren. Wir bauen daher unsere Projektinteraktion massiv auf Videokonferenzen um. Die Erfahrung zeigt, dass ein Gespräch anders verläuft, wenn sich die Menschen sehen – auch wenn es im Homeoffice oder am Flughafen ist. Wir sind überzeugt, dass wir da nochmal einen Schritt weitergehen werden.

Sehen Sie sich und Ihre Mitarbeiter für die Herausforderung Digitalisierung gut aufgestellt?

Fieg: Wir haben unser Unternehmen vor fünf Jahren als Gruppe langjähriger Beratungskollegen gegründet. Jetzt sind wir bereits mehr als 90 Mitarbeiter in Stuttgart, Hamburg und Amsterdam. Das größte Thema wird wahrscheinlich der Kulturwandel in puncto Zusammenarbeit sein: Wie arbeiten wir miteinander? Wie kommunizieren wir? Da sehe ich uns nicht so schlecht aufgestellt. Aber wir arbeiten trotzdem weiter an der Organisation unserer Projekte.

Sehen Sie in der Digitalisierung eher eine Zukunftschance oder ist sie doch eher eine Herausforderung?

Fieg: Wir verdienen ja unser Geld damit, dass wir große Unternehmen wie Festo, Intersport oder auch Fischerwerke digitalisieren; denn damit Apps, Portale und Websites funktionieren, müssen die Stammdaten in Ordnung, das heißt qualitativ hochwertig, sein. Und das ist unser Thema. So sind wir in den letzten fünf Jahren im Schnitt jährlich um 30 Prozent gewachsen. Deshalb sehen wir natürlich die Digitalisierung als Chance für einen langfristigen Erfolg. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass Digitalisierung uns als Unternehmen voranbringt. Wir wurden im vergangenen Jahr von den IT-Analysten von Gartner in ein globales Markt-Panel aufgenommen. Darin sind gerade einmal 25 Firmen weltweit vertreten und wir wären niemals gefunden worden, ohne unseren Content und unser Engagement in den sozialen Netzwerken.

Wo sehen Sie denn Ihre Kunden? Sind die im Bewusstsein schon bei der Digitalisierung angekommen? Wo würden Sie in Deutschland diese Branche sehen?

Fieg: Ich denke, die Unternehmen in Europa sind weiter als wir manchmal meinen. Wir arbeiten beispielsweise mit dem Unternehmen Festo zusammen, einem Marktführer im Bereich der Automatisierung, und das ist heute bereits eines der best-digitalisierten Unternehmen, das ich kennengelernt habe. Man darf die Digitalisierung nicht nur in Bezug auf die Zusammenarbeit mit den Endkunden sehen, sondern auch wie innerhalb des Unternehmens selbst gearbeitet wird, wie man die Mitarbeiter informiert, Prozesse dokumentiert. Ich sehe da viele positive Beispiele in Europa und Deutschland. In Großunternehmen ist die Herausforderung sicher höher, wenn es da die klassischen sieben oder acht Ebenen vom Vorstand runter bis zum normalen Mitarbeiter gibt. Dann dauert es manchmal eben Jahre bis sich Strukturen verändern. Mittelständler haben da natürlich einen großen Vorteil. Aber wir kennen auch Konzerne, die Gas geben und sich schnell wandeln.

Wie bilden Sie sich und Ihre Mitarbeiter digital weiter?

Fieg: Wir haben in unserem Unternehmen eine Academy, in der wir die Weiterbildung unserer Mitarbeiter organisieren. Wir machen das kontinuierlich und arbeiten mit hervorragenden internen und externen  Trainern zusammen, die wir über Programme auch wirklich mehrere Jahre beschäftigen. Kontinuität ist in diesem Bereich sehr wichtig.

In wie weit halten Sie die Rahmenbedingungen, die sie für den digitalen Wandel haben, für geeignet? Was ist in Deutschland noch erforderlich, was ist schon da, was müsste man noch ändern?

Fieg: Da ich davon ausgehe, dass wir in Deutschland besser digitalisiert sind als wir es manchmal darstellen, ist es keine grundlegende Thematik. Die Tools sind da und zwar nicht nur die IT-Tools, sondern auch die Verfahren und Prozesse. Wir müssen lernen, diese Tools zu nutzen und auch bereit dazu sein. Mitarbeiter sind es gewohnt, mit höherer Sicherheit zu arbeiten, obwohl alles dafür spricht in Projekten agil zu sein. Aussagen wie „Wie sollen wir denn mit dem Projekt beginnen, wenn wir noch nicht wissen, wie das alles genau ablaufen wird?“ stellt uns vor Herausforderungen. In vielen Unternehmen geht es also darum, neues Arbeiten zu lernen.

Sind Sie mit Ihrem Ergebnis zufrieden?

Fieg: Ich bin sehr zufrieden mit unserem Ergebnis. Gleichzeitig glaube ich aber nicht, dass wir uns darauf ausruhen sollten. Die Arbeit im Detail ist sehr wichtig. Welche Werkzeuge habe ich und wie nutzte ich diese richtig und vor allem auch kontinuierlich? Gerade auch bei neuen Mitarbeitern geht es um die Frage, wie wir in kurzer Zeit die bestehende Methodik und die digitalen Verfahren vermitteln.

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