SMART COMPANY-Check

Interview: Kai Beutler, Geschäftsführer BEUTLER Verpackungssysteme GmbH

Zum Unternehmen: Die BEUTLER Verpackungssysteme GmbH ist auf Verpackungslösungen spezialisiert: Standardverpackungen, individuelle Verpackungslösungen, Verpackungen nach Maß oder Full-Service-Projekte.

Kai Beutler ist Geschäftsführer der BEUTLER Verpackungssysteme GmbH

Kai Beutler Geschäftsführer der BEUTLER Verpackungssysteme GmbH (Foto: PR).

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Sehen Sie Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter für die Herausforderung der Digitalisierung gut aufgestellt?

Kai Beutler: Wir befinden uns auf den ersten Etappen der Digitalisierung. Als kleiner Betrieb in der Verpackungsbranche mit 30 Mitarbeitern haben wir natürlich nur begrenzte finanzielle Ressourcen, um dies umzusetzen. Es wird aber immer wieder an den unterschiedlichsten Stellen im Unternehmen über neue digitale Umsetzungschancen diskutiert. Die jüngere Generation der Mitarbeiter kann sich hier sehr gut einbringen.

Welche Chancen sehen Sie für Ihre Firma durch die Digitalisierung?

Beutler: Wir sind sicher, dass wir zum Beispiel durch einen Online Shop zusätzlichen Service für die Kunden bieten können. Diesen Shop haben wir jetzt bereits. Somit auch die Möglichkeit, Verpackungen ab Stückzahl 1 anzubieten. Außerdem lassen wir uns ein eigenes, neues Management Informationssystem programmieren, mit dem wir in Zukunft auch beispielsweise Kunden direkt online schauen lassen können, wie weit ihre Produkte in unserer Fertigung gediehen sind. Dieses System wird webbasiert sein und somit unabhängig von Hardware- und Softwareanbietern. Wir können uns also durch eine nach innen und außen kommunizierte Strategie, für die wir ein eigenes neues Logo entwickelt haben (HURAI®), sehr gut als innovativer Betrieb positionieren.

Wo steht ihre Branche in Sachen digitaler Transformation?

Beutler: Die Verpackungsproduktion ist bei der Vernetzung von neuen Maschinen schon recht weit. Dies ist natürlich recht investitionsintensiv. Spannender ist die Frage, in wieweit Kommunikation und Dienstleistungen für den Kunden schon digitalisiert wurden. Da versuchen wir uns am Markt bewusst zu positionieren.

Wie bilden Sie sich persönlich und ihre Mitarbeiter digital weiter?

Beutler: Ich besuche möglichst oft Veranstaltungen, wie ERFA Gruppen, Diskussionsforen oder ähnliches, bei denen man mit Digitalisierungsthemen konfrontiert wird. Und wir haben seit fast zwei Jahren einen Digital Guide, eine junge Agentur mit vielen Digital Natives, die uns in vielen Themen unterstützt. Bei den Mitarbeitern ist es sehr unterschiedlich: Die jüngeren fordern immer wieder Schulungen und Besuche bei Veranstaltungen. Bei den Ü-50ern wird es schwieriger.

Inwieweit halten Sie die Rahmenbedingungen für geeignet, den digitalen Wandel zu vollziehen?

Beutler: Die Rahmenbedingungen werden besser. Wer aber nicht selbst für zum Beispiel echt breiten Internetanschluss in seinem Gewerbegebiet sorgt, wird noch länger auf den Anschluss an die Welt warten müssen. Hier ist noch ein großer Nachholbedarf.

Welche Frage aus dem Check war für Sie am Wichtigsten?

Beutler: Die Frage 3 – nach den persönlichen Freiräumen. Wer sich diese nicht regelmäßig gibt beziehungsweise nimmt, wird zu oft vom Tagesgeschäft eingeholt und abgelenkt. Ich bin seit fast einem Jahr Montagmorgen nicht mehr im Büro. Diese Zeit nutze ich sehr oft für Recherche, Weiterbildung, strategische Überlegungen, um an unserem Konzept der Digitalisierung und auch allgemeinen Weiterentwicklung unsere Firma zu arbeiten. Und das wirklich jede Woche. 

Gab es einen Aha-Effekt für Sie beim SMART COMPANY-Check?

Beutler: Nein, keine konkreten Schritte. Der Aha-Effekt war fast schon, dass wir, zumindest nach meiner Eigeneinschätzung, für einen kleinen Betrieb in einer recht konservativen Branche vielleicht nicht so schlecht aufgestellt sind.

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