SMART COMPANY-Check

Interview: Janina Keuters, Geschäftsführerin FLS FertigungsLeitSysteme

Zum Unternehmen: Die Manufacturing Execution Systeme von FLS sind in zahlreichen Betrieben der Kunststoff-, Nahrungsmittel-, Maschinenbau-, Automobilzulieferer- sowie der Metallindustrie im Einsatz.

Janina Keuters ist Geschäftsführerin der FLS FertigungsLeitSysteme GmbH & Co. KG

Janina Keuters ist Geschäftsführerin der FLS FertigungsLeitSysteme GmbH & Co. KG (Foto: PR).

DUB UNTERNEHMER-Magazin: War die Teilnahme am SMART COMPANY-Schnellcheck für Sie hilfreich?

Janina Keuters: Ja. Ich finde es immer sinnvoll, eine Bestandsaufnahme zu machen und dabei den Fokus aufs Wesentliche zu richten.

Welche Frage fanden Sie besonders interessant?

Keuters: Unter anderem, ob das Thema Digitalisierung bei uns Chefsache ist. Das ist für uns selbstverständlich. Mich hat hierzu das Durchschnittsergebnis ein bisschen überrascht. Andere Firmen scheinen die Digitalisierung als noch nicht so wichtig zu bewerten. Als IT-Unternehmen und Software-Anbieter für die Industrie sind wir natürlich sehr nah am Geschehen.

Leiten Sie aus dem Ergebnis konkrete Schritte ab?

Keuters: Auch wenn wir bereits gut abgeschnitten haben – ich finde, man kann bei der Digitalisierung nicht gut genug aufgestellt sein. Man muss immer am Thema dranbleiben. Das heißt nicht nur neue Systeme zu prüfen und einzusetzen, sondern auch immer wieder die internen Strukturen in Frage zu stellen und zu fragen, ob wir noch mehr digital abbilden können.

In welchem Bereich der Digitalisierung sehen Sie noch Klärungsbedarf?

Keuters: Ich finde es noch schwierig abzuschätzen, welche der modernen Technologien wie etwa KI, Cloud oder Blockchain man im industriellen Bereich wirklich konkret braucht – und welche nicht. Hier ist noch Orientierung nötig.

Wie bilden Sie sich persönlich und ihre Mitarbeiter digital weiter?

Keuters: Mittlerweile wird hierzu viel im Internet angeboten, seien es etwa Videos oder Fachbeiträge. Aber wir nutzen auch Bücher und Bildungsreisen. Ich war zum Beispiel vor Kurzem im Silicon Valley, um mir vor Ort anzuschauen, wie die ortsansässigen großen US-Firmen ticken. Wir sind zwar kein Riesenunternehmen, aber wir versuchen weitestgehend alles mitzunehmen.

Arbeiten Sie auch mit der Wissenschaft zusammen?

Keuters: Ja, wir haben die RWTH hier vor Ort, mit deren Instituten wollen wir bei verschiedenen Projekten kooperieren. Das ist aber noch im Aufbau – und wir reden dabei über Themen, die ich nicht morgen, sondern in den nächsten fünf bis zehn Jahren interessant werden können.

Nehmen Sie für Ihre Weiterentwicklung auch Impulse aus der Industrie auf?

Keuters: Auf jeden Fall. Wenn der Kunde etwa sagt, dass er es gut finden würde, alle Prozesse einer von ihm eingesetzten Maschine mit einer virtuellen Brille betrachten zu können, dann ist das ein wichtiger Impuls für uns. So können wir marktgängige Produkte entwickeln - und das ist am Ende des Tages ja das, was zählt.

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