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Interview: Heino Migge, Geschäftsführer der DE software & control GmbH

Zum Unternehmen: Die DE software & control GmbH entwickelt mit einem Team aus Informatikern, Elektrotechnikern, Mathematikern und Prozessplanern Software für Produktionssysteme und Industrie-4.0-Lösungen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Automotive.

Heino Migge: „Wir schaffen uns bewusst Freiräume, um die Zeit für unsere Weiterentwicklung zu nutzen."

Heino Migge Geschäftsführer der DE software & control GmbH (Foto: PR).

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wo stehen Sie und ihre Branche in Sachen digitaler Transformation?

Heino Migge: Als IT-Unternehmen sind wir im Produktionsumfeld und unter anderem auch im Automotive-Bereich tätig. Damit sind wir seit der ersten Stunde mit der digitalen Transformation konfrontiert und sehen uns im Vergleich sehr gut aufgestellt. Einzig der Weg in die Cloud mit produktionskritischen Prozessen wurde von unserer Branche bisher sehr zögerlich angenommen. Mittlerweile sehen wir aber auch dort ein Umdenken.

Also sehen Sie für sich und Ihr Unternehmen die Digitalisierung eher als Chance und nicht so sehr als Herausforderung?

Migge: Da müssen wir differenzieren. Auf der einen Seite sehe ich in der Digitalisierung die Chance, mit neuen Geschäftsmodellen wie beispielsweise „Software as a Service” in der industriellen Cloud neue Märkte zu erschließen. Auf der anderen Seite stellt uns die Digitalisierung vor die Herausforderung, für diesen Schritt das nötige Personal zu requirieren. Hierbei müssen wir unter anderem auf Unterstützung der Politik hoffen. Wir brauchen von politischer Seite ein noch stärkeres Umdenken und insbesondere klare Aussagen zur Bildung in diesem Bereich. Und diese Aussagen müssen dann auch durch Maßnahmen untermauert sein, die auch kleinere Unternehmen wie uns stärker fördern.

Wie bilden Sie sich denn persönlich und ihre Mitarbeiter digital weiter?

Migge: Grundlagenschulungen dienen als Basis. Jedoch arbeiten wir immer wieder in Workshops mit großen Konzernen aus dem Automotive-Bereich zusammen. Aus denen kristallisieren sich häufig neue Themen heraus, auf deren Grundlagen wir uns wiederum weiterbilden.

Welche konkreten Digitalisierungsmaßnahmen haben Sie zuletzt ergriffen, welche planen Sie?

Migge: Als Software-Unternehmen arbeiten wir natürlich schon seit vielen Jahren digital. Unsere aktuell geplanten Maßnahmen beschäftigen sich damit, die im Softwarebereich üblichen Lösungen auf andere Unternehmensbereiche zu übertragen. Hierzu zählen unter anderem die objektorientierte Programmierung und via Grafiken (UML) visualisierte Prozesse.

Gab es beim Schnellcheck einen Aha-Effekt für Sie?

Migge: Nicht direkt. Die genannten Themen sind bereits mehr oder weniger stark auf unserer Agenda vertreten, der Check hat sie allerdings wieder mehr in den Vordergrund gerückt. Und er hat uns dabei geholfen unseren aktuellen Stand zu reflektieren, die Zukunftsvision zu prüfen und uns im Vergleich zu anderen zu sehen. Wir schaffen uns zwar bewusst Freiräume, um die Zeit für unsere Weiterentwicklung zu nutzen. Aus meiner Sicht wäre hier jedoch noch mehr Freiraum erforderlich. Das ist bei aktueller Auslastung allerdings nur schwer zu erreichen.

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