Kraftvolle Flüssigkeit

Nachhaltige Energieversorgung

E-Fuels sichern das Erreichen der Klimaziele. Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO), über das Potenzial erneuerbarer Kraftstoffe.


Adrian Willig:
Der Diplom-Ingenieur ist seit Anfang 2014 Geschäftsführer des IWO, einer Einrichtung der deutschen Mineral­ölwirtschaft  (Foto: PR)

Flüssige erneuerbare Kraft- und Brennstoffe sind für eine nachhaltige Energieversorgung unverzichtbar, zeigt eine neue Prognos-Studie. Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO, über die wichtigsten Erkenntnisse und Perspektiven für die Energiewende.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Sie schreiben E-Fuels eine hohe Bedeutung zu. Wieso?

Adrian Willig: Aktuell sind hierzulande rund 98 Prozent der Antriebsenergie im Verkehr und 22 Prozent der Heizenergie durch flüssige Kraft- und ­Brennstoffe gedeckt. Damit Deutschland die Klimaziele für 2050 erreicht, müssten flüssige Energieträger wie Kerosin, Benzin, Diesel und Heizöl zunehmend treibhausgasneutral werden. Möglich ist das unter anderem durch synthetische Kraftstoffe, die aus erneuerbarem Strom, Wasser und recyceltem Kohlenstoff, zum Beispiel aus dem CO2 der Atmosphäre, hergestellt werden. Solche E-Fuels lassen sich genauso verarbeiten, speichern, transportieren und verwenden wie herkömmliche flüssige Energieträger – sogar eine Mischung mit diesen ist möglich.

Gelingt mit E-Fuels die Energiewende?

Willig: Die jüngste Prognos-Studie, zu deren Auftraggebern neben Verbänden der Mineralölwirtschaft auch das IWO zählt, hat diese These untersucht. Fazit: Ein Energiemix mit E-Fuels ist der robuste Weg zum angestrebten Klimaschutzziel von bis zu 95 Prozent weniger CO2-Ausstoß bis 2050. Auch nach Effizienzsteigerungen und dem Ausbau regenerativer Stromerzeugung bleibt eine Lücke in der Versorgung mit erneuerbarer Energie, die nur Importe decken können. Mit E-Fuels kann grüner Strom aus Regionen mit größerem Potenzial und günstigeren Erzeugungsbedingungen umgewandelt und verfügbar gemacht werden.

Welche Vorteile hat die Nutzung von E-Fuels für den Endverbraucher?

Willig: Ein großes Plus: E-Fuels sind in allen Verbrauchssektoren und der bestehenden Infrastruktur einsetzbar. Hausbesitzer und Autofahrer verbessern somit ihre CO2-Bilanz, ohne in Wärmepumpen oder E-Autos investieren zu müssen. In Zukunft wird ein breiter Energiemix sehr viel günstiger sein als ein hoher Grad an Elektrifizierung.

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