ERP für mittelständische Unternehmen – macht das Sinn?

Die Geschwindigkeit, die Teilnehmer des Weltmarktes an den Tag legen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, ist enorm.

Durch den sukzessiven Wandel marktrelevanter Prozesse erscheint es beinahe so, als gäbe es nur noch eine Hand voll ökonomischer Global-Player, die den Wettstreit unter sich ausmachen. Die Ursachen für diesen Wandel sind in der Digitalisierung zu finden. So ermöglicht sie eine immer schnellere Marktreaktion und erhöht dadurch die Effizienz großer Produktions- und Dienstleistungsunternehmen spürbar. Was jedoch vergessen wird: Die Digitalisierung bietet auch mittelständischen Unternehmen das Potential, um international mitzumischen.

ERP für mittelständische Unternehmen

ERP-System: Es macht auch für mittelständische Unternehmen Sinn. (Foto: ©everything possible/shutterstock)

Enterprise Resource Planning – wie funktionierts?

Die Lösung liegt in Software-Anwendungen im Bereich des ERP. Der Name verrät schon, dass es hier um die Organisation von Ressourcen geht. Dabei legt sich die Software nicht fest, ob es um Material oder Human Resources geht - sie deckt im Grunde alles ab. Eine ERP-Anwendung macht jeden Unternehmensprozess transparent und von oben steuerbar. Damit lässt sich besser erkennen, wie gewisse Betriebsabläufe mit einander verkettet sind, in welche Folgeschritte sie übergehen und wo eine Automatisierung Sinn machen würde. Folgende Elemente werden in der Regel durch ERP abgedeckt:

• Umfassende Lagerübersicht

• Datenspeicherung in Echtzeit

• Keine Materialengpässe bzw. Überschüsse

• Schneller Datenaustausch mit Kunden oder Zulieferern

• Zentraler Datenbankzugriff

• Lokalitätsunabhängiges Arbeiten

• Teilnahme am internationalen Markt

• Optimierte und effizientere Produktionsplanung bzw. Steuerung
 

Was ist beim Kauf zu beachten?

Bevor man sich vorschnell für ein ERP-System entscheidet, sollte man sich im Internet umfassend über das Leistungsspektrum informieren. Ein längerfristiger Wettbewerbsvorteil entsteht nur dann, wenn die Software hundertprozentig zum Unternehmen passt und alle Funktionen liefert, die für eine reibungslose Prozessoptimierung benötigt werden. Sollen neben den gängigen Bereichen wie Produktion, Lagerlogistik, Buchhaltung oder Personalwesen noch Marketing- und Controlling-Aspekte abgedeckt werden, müssen die dafür vorgesehenen Module auch im Angebot enthalten sein. Da die Programme mit hohen Kosten verbunden sind, ist es also dringend erforderlich, das richtige ERP-Paket zu schnüren.

Welche Vorteile hat der Mittelstand?

Mittelständische Unternehmen arbeiten immer noch in vielen Fällen mit diversen Software-Produkten, was den Betriebsablauf unübersichtlich macht und verlangsamt. Dabei sind auch in ihren Fällen oft komplexe Geschäftsprozesse vorhanden, die ein Multi-Tool wie ERP rechtfertigen würden. Es ist zwar richtig, dass solche Programme lange nur für Großkonzerne entwickelt wurden, doch diese Zeiten sind vorbei. Wie Erfahrungsberichte belegen, versprechen ERP-Systeme auch bei kleiner Mitarbeiterzahl längerfristigen Erfolg, da viele manuelle Einzelschritte wegfallen bzw. gebündelt abgearbeitet werden können. Die üblichen Branchen sind:

• Verarbeitendes Gewerbe

• Handel

• Energieversorger

• Versicherungsgewerbe

• Öffentliche Verwaltung

• Landwirtschaft

• Baugewerbe

• Maschinenbau

• Wasserversorger

• Gastronomie

• Gesundheitswesen

• Kreditgewerbe
 

Selbstverständlich existieren branchenspezifische Unterschiede, also divergente Anforderungen, die an eine ERP-Software gestellt werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich an einen Anbieter zu wenden, der sich mit den jeweiligen brancheninternen Eigenheiten auskennt. In welchem Maße können mittelständische Unternehmen nun aber von ERP profitieren?

Die Antwort liegt auf der Hand. Durch die Globalisierung und die vernetzten Märkte entsteht ein immer stärkerer Druck von Seiten großer Konkurrenten. Um nicht in deren Schatten zu stehen, muss der Mittelstand agil bleiben und flexibel auf Veränderungen reagieren. Das heißt: Wer hier zu viel Zeit mit Firmenprozessen oder Administration vergeudet, verliert an Schnelligkeit. Die Folge: Der Kunde wandert dorthin ab, wo er rascher bedient wird. Außerdem ist es enorm wichtig, dass die Software keinen statischen Charakter hat, sondern im Bedarfsfall mit dem Unternehmen wachsen kann.