Dialog mit Maschinen

Industrial Internet of Things bringt höhere Qualität

Industriebetriebe können schneller, intelligenter und effizienter arbeiten, sagt Wolfgang Dierker, Deutschland-Chef von General Electric. Vorausgesetzt, sie vernetzen ihre Anlagen.

Wolfgang Dierker ist seit Oktober 2017 Vorsitzender der Geschäftsführung der GE Deutschland Holding. Zuvor leitete er die Berliner Vertretung des US-Konzerns und war für Hewlett-Packard und den Digitalverband Bitkom tätig.
Wolfgang Dierker
ist seit Oktober 2017 Vorsitzender der Geschäftsführung der GE Deutschland Holding. Zuvor leitete er die Berliner Vertretung des US-Konzerns und war für Hewlett-Packard und den Digitalverband Bitkom tätig (Foto: PR)

Was die Wirtschaft besonders stark verändert? Über die Antwort auf diese Frage muss Wolfgang Dierker, Deutschland-Chef des US-amerikanischen Unternehmens General Electric, nicht lange nachdenken: das Industrial Internet of Things. Bis 2020 erwartet er 50 Milliarden vernetzte Geräte im industriellen Internet. Und das hat aus seiner Sicht vor allem positive Auswirkungen. Dierker über höhere Produktivität, verbesserte Qualitätskontrolle und steigende Umsätze seiner Kunden.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Welche Schritte wurden bei General Electric eingeleitet, um das Unternehmen zu transformieren?

Wolfgang Dierker: Als wir vor sieben Jahren mit der Transformation begonnen haben, wussten wir, dass das industrielle Internet für uns und für unsere Kunden eine große Chance darstellt. Wir haben deshalb mit Predix ein eigenes Industrial-Internet-Betriebssystem entwickelt, um schnell industrielle Anwendungen zu erstellen und digitale Innovationen voranzutreiben. Außerdem haben wir unser Geschäft neu organisiert. Wir verwenden zum Beispiel Methoden wie Fastworks, die sich am Denken von Start-ups orientieren. So können wir öfter im kleinen Maßstab experimentieren und schneller aus Fehlern lernen. Dies gibt uns die nötige Flexibilität, um die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen zu beschleunigen.

Was genau ist Predix?

Dierker: Es ist eine Plattform, über die wir Unternehmen unterstützen, „Industrial Internet of Things“-Lösungen zu betreiben, zu skalieren und zu erweitern. Entwickelt wurde Predix für anlagenintensive Branchen sowie für Unternehmen, deren Geräte und Maschinen über verschiedene Standorte verteilt sind. Dazu gehören unter anderem Hersteller von industriellen Maschinen und Anlagen, Automobilen, Chemikalien, Konsumgütern sowie das traditionelle Geschäft von General Electric mit starker Präsenz in den Bereichen Öl und Gas, Energieerzeugung, Luftfahrt und mehr. Wir nutzen Daten von Maschinen, die wir bauen, betreiben oder warten, um ein Anlagenmodell, einen digitalen Zwilling, zu erstellen. Letztere sind Blaupausen für gängige Anlagentypen wie Turbinen oder Flugzeugtriebwerke. General Electric hat weltweit bereits mehr als 1,2 Millionen solcher digitalen Zwillinge im Einsatz.

Was bringt es einem Unternehmen, Anlagen auf diese Art zu überwachen?

Dierker: Im vergangenen Jahr konnten wir mit dieser Technologie unseren Kunden über eine Milliarde US-Dollar einsparen. Wir haben die Produktivität einiger Kunden wie BP oder Exelon um durchschnittlich 20 Prozent gesteigert. Das ist, als ob man einen zusätzlichen Tag in der Woche zur Verfügung hat.

Teil 1: Industrial Internet of Things bringt höhere Qualität

Teil 2: Die Rolle von Predictive Maintenance in der deutschen Wirtschaft

 

 

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