„Prozesse vereinfachen"

Teil 2: Mitarbeiter in der Digitalisierung mitnehmen

Welche Wege und Strategien sind erforderlich, um die gesamte oder zumindest das Gros der Gesellschaft an den Vorteilen der Digitalisierung partizipieren zu lassen und niemanden auszuschließen?

Laue: Digitalisierung muss eine konzertierte Aktion aus allen Bereichen der Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Forschung sein. Die Politik muss den Rahmen setzen, die Gesellschaft muss sich auf die Digitalisierung einlassen und die Wirtschaft und Forschung müssen die entsprechenden Lösungen erarbeiten und bereitstellen. Meines Erachtens hat hier die Politik den größten Nachholbedarf. Darüber hinaus ist es besonders wichtig, dass der jungen Zielgruppe ein verantwortungsvoller Umgang mit den digitalen Medien vermittelt wird. Und gerade für die Älteren unter uns müssen Produkte der Digitalisierung einfach sein und einen Mehrwert bieten.

Welches sind die größten Widerstände gegen die Transformation in Ihrem Unternehmen?

Laue: Um es bildlich auszudrücken: Es sind die Mauern in den Köpfen vieler Mitarbeiter – gerade bei den dienstälteren Beschäftigten. Festgefahrene Strukturen aufzubrechen, ist eine Mammutaufgabe, die wir bewältigen und gegenüber unseren Mitarbeitern erfolgreich kommunizieren müssen. Hier muss bei den Mitarbeitern ein Umdenken stattfinden. Das gelingt, indem ihnen aufgezeigt wird, welche Vorteile neue Prozesse oder Arbeitsweisen bieten. Besonders im Fokus steht dabei die Akzeptanz durch die Betroffenen. Nur wenn Veränderungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angenommen werden, haben sie Erfolg. Dies gelingt jedoch nicht von heute auf morgen.

Wie begegnet Ihr Unternehmen zweifelnden Mitarbeitern, um diese für die Digitalisierung zu befähigen und zu motivieren?

Laue: Es muss uns gelingen, die Beschäftigten nicht zu Betroffenen, sondern zu Beteiligten an wesentlichen Veränderungen zu machen. Auch hier ist Transparenz notwendig. Wir versuchen alle Mitarbeiter – gerade im IT-Bereich – mitzunehmen, beispielsweise durch Workshops und Informationsveranstaltungen. Wichtig ist es, bei Mitarbeitern für Verständnis zu sorgen und sie für Neues zu begeistern. Dazu ist auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat unerlässlich.

Wie wichtig sind Wahrnehmung und Bedeutung Ihres Hauses und Ihrer Person in sozialen Netzwerken?

Laue: Natürlich ist auch die Debeka in sozialen Netzwerken vertreten. Das ist in der heutigen Zeit unverzichtbar. Ich gestehe aber gerne, dass ich persönlich in den sozialen Netzwerken nicht aktiv bin.

Welches digitale Start-up hat Sie zuletzt am stärksten beeindruckt und warum?

Laue: Vor einem guten Jahr wurde mit Ottonova ein neuer, weitestgehend volldigitaler privater Krankenversicherer gegründet. Das ist, wie ich finde, ein sehr mutiger Schritt von Dr. Roman Rittweger, in einer Zeit, wo doch immer wieder Teile der Politik die Abschaffung der Privaten Krankenversicherung fordern. Für uns als Debeka ist die Gründung ein Highlight, weshalb wir uns finanziell an Ottonova beteiligt haben. Zudem wollen wir von den digitalen Erfahrungen die Ottonova macht lernen und positive Aspekte auf die Debeka übertragen.

Teil 1: IT-Sicherheit geht vor

Teil 2: Mitarbeiter in der Digitalisierung mitnehmen

Teil 3: Social Media sind ein „Must have“

 

 

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