Einfach loslassen

Manager mit hoher Resilienz gesucht

IPA Consulting in Zahlen

Was brauchen Führungskräfte dafür?

Vranken: Sie müssen viel mehr lernen. Und sie müssen beidhändig führen können, also die Effizienz im Blick behalten und gleichzeitig Innovationen fördern. Wenn Sie das beispielsweise auf die Automobilindustrie übertragen heißt das: Ich arbeite daran, Autos noch effizienter herzustellen, und überlege gleichzeitig, wie sich diese Autos ersetzen lassen – durch selbstfahrende Autos, durch Drohnen, eBikes & Roller oder vernetzte Mobilität. Die Mindestanforderung für Unternehmer sind IT-Fähigkeiten, sie müssen wenigstens einen Überblick über die Werkzeuge haben und selber über soziale Kommunikationskanäle, wie zum Beispiel ein Unternehmerblog, mit ihren Teams kommunizieren. In Zukunft werden alle Unternehmen auch IT-Unternehmen sein. Und was die Mitarbeiter betrifft, sind coachende Manager gefragt, die etwas von Menschenführung verstehen, die Potenziale entdecken – und neue Technologien nutzen. Unterm Strich sind das viele Baustellen.

Unternehmer sollten also generell resilient sein?

Vranken: Ja, die meisten erfolgreichen Unternehmer haben schon viele Misserfolge verkraftet. Eine hohe Resilienz ist Voraussetzung für den Erfolg. Misserfolge müssen als Lernchancen genutzt werden. Ich bin selbst seit rund 20 Jahren selbstständig und weiß, es geht immer mal rauf und mal runter. Manchmal ist die Zeit für ein neues Produkt einfach noch nicht reif, oder die Vermarktung muss verbessert werden. Man muss genau analysieren, was schiefgelaufen ist. Das selbstfahrende Auto zum Beispiel haben die meisten Leute lange Zeit für unmöglich gehalten, mittlerweile können sich viele vorstellen, in eines einzusteigen.

Lässt sich Resilienz lernen?

Vranken: Wichtig ist, aus Fehlern zu lernen. Es geht darum, Misserfolge als Lernchancen zu nutzen anstatt in ein „Nie wieder!“ zu verfallen. Man braucht eine gute Fehlerkultur.

Aber wie lerne ich, mich nicht entmutigen zu lassen?

Vranken: Das ist weniger eine Frage der Selbststeuerung, sondern, ob man an seine Idee glaubt. In der Sendung „Die Höhle des Löwen“ schaut die Jury auch nicht unbedingt nur nach dem Geschäftsmodell, sondern ob die Kandidaten für ihre Idee brennen. Ich muss für meine Idee immer wieder aufstehen. Und wer an seine Sache glaubt, muss mehrere unterschiedliche Wege der Zielerreichung einschlagen können. Hilfreich sind auch Gespräche mit Mentoren oder anderen erfolgreichen Unternehmern darüber, wie sie mit ihren Niederlagen umgegangen sind.

Viele Chefs beklagen, dass die Generation Y nicht mehr so leistungsorientiert ist.

Vranken: Generell sind sie das, verlangen aber Gegenleistungen. Für die heute 30-Jährigen ist das Thema Vertrauen wichtig. Sie wissen: Eine lebenslange Beschäftigung gibt es nicht mehr, selbst für extreme Leistungsträger kann der Job plötzlich weg sein. Sie kündigen die Loyalität auf. Unternehmer brauchen deshalb ein Talentmanagement. Kein Mitarbeiter wartet heute zehn Jahre darauf, bis er Karriere machen kann. Unternehmen müssen sofort zupacken, wenn sie ein Talent halten wollen, und mehr investieren. Talente hält man durch wettbewerbsfähiges Gehalt, ein Arbeitsumfeld mit Gestaltungsfreiheit sowie durch Fortbildungen.

Teil 1: Human Resources und Digitalisierung

Teil 2: Manager mit hoher Resilienz gesucht

 

 

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