Agent Provocateur

Teil 3: Ottos Company Builder

Inwieweit sollen und können Sie gezielt in das familiengeführte Mutterunternehmen hineinwirken?

Jozefak: Das Thema Innovation innerhalb der Gruppe neu zu begreifen ist der gewünschte Nebeneffekt. Klar ist, wir mussten uns die Position im Konzern erst erarbeiten. Dieser Prozess hat sicher drei Jahre in Anspruch genommen. Aber die Verbindungen ins Haus sind vital – ich würde sie nach vier, fünf Jahren als gut bezeichnen. Und wenn es schiefgegangen wäre? Welcome to the „Start-up-world“.  

Und wie definieren Sie Ihre Rolle?

Jozefak: Ich werde toleriert, um pushen zu können. Das ist mir lieber, als akzeptiert zu werden. Wir sind eben nicht wie andere.

Welches sind die aktuellen Tech-Trends für Sie?

Jozefak: Im Supply-Chain-Management wird die Blockchain sicherlich eine enorme Rolle spielen – Stichwort Smart Contracts – aber auch in den Bereichen Machine Learning, Internet of Things und im FinTech-Sektor – außerhalb vom Thema Payment – sehen wir weiteres Potenzial. Aber: Für uns muss es bereits funktionieren. Auch wenn das die Gefahr birgt, anderen mit kompletten Neuentwicklungen das Feld zu überlassen. Am Ende sind wir ein Company Builder – mit Assets.

Inwieweit funktioniert das Zusammenspiel von Venture Capital und Start-Ups in Deutschland überhaupt?

Jozefak: Es funktioniert, hängt aber noch sehr hinter dem Silicon Valley her. Es wird viel zu konservativ investiert und Startups werden nicht durch die Investments konkurrenzfähig gemacht. Die Exitkanäle sind auch deutlich wenigere als in den USA oder Asien.

Ein hiesiges Problem?

Jozefak: Nicht nur Deutschland, die ganze EU braucht eine Lösung für den fehlenden Mut der Investoren.

Warum glauben Sie, erfolgreicher zu sein?

Jozefak: Unser Vorteil: Wir wissen, welche Bestandteile es braucht, um ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Es gilt, Technik mit klassischen Business- und Verkaufsfähigkeiten miteinander zu kombinieren – also „best of both worlds“ zusammenzubringen. Und das mit dem Ziel, schnell ein „minimum viable product“ – also ein gerade marktgängiges, aber noch nicht perfektes Produkt – hervorzubringen.

Wie sehen Sie die Otto-Group heute aufgestellt?

Jozefak: Otto ist heute wie Amazon – ein Handels- und Tech-Unternehmen. Lediglich mit dem Hintergrund eines mit Langfristperspektive agierenden Familienuntenrehmens.

Teil 1: Otto Digital Solutions forciert E-Commerce und FinTech

Teil 2: Ideenlabor statt Venture Capital und Inkubatoren

Teil 3: Ottos Company Builder

 

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