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Sei das Beispiel

Die Digitalisierung initiierte Capgemini Consulting ­zunächst bei sich selbst. Volkmar Varnhagen übers Lernen und Lehren.

Binärer Baukasten: Stück für Stück transformieren (Bild: Niklas Hughes)

Selbst Erlebtes gibt sich am besten weiter. Capgemini Consulting vollzieht den digitalen Wandel bereits seit acht Jahren. Volkmar Varnhagen, CEO der DACH-Region des Beratungsunternehmens, über Quelle und Vermittlung dieser Erfahrungswerte.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Smartphones haben unser aller Leben und Arbeit stark verändert. Welche Innovationen bergen ähnliches Potenzial?

Volkmar Varnhagen: Aktuell sehen wir das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 für den B2B-Bereich als wichtigste Innovationstreiber. Da Produkt- und Service-Innovationen derzeit weitgehend getrennt entwickelt werden, liegt in ihrer Kombination noch immenses Potenzial für Unternehmen und Verbraucher. Dabei geht es gar nicht so sehr um das ‚„next big thing“, sondern den grundsätzlichen Wandel, dessen beispielloser Geschwindigkeit man sich stellen muss. Die nächste Generation wird von dem Wort „Smartphone“ den Wortbestandteil „phone“ nur noch vom Hörensagen kennen.

Alphabet/Google, Apple, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT-Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die DAX-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Varnhagen: Die Digitalisierung hat einen entscheidenden Unterschied zur bisherigen Industrialisierung: Erfolg braucht Raum. Skaleneffekte sind in der digitalen Welt drastisch entkräftet und die Skalierung ist mit einer Lösung nahezu unbegrenzt. Je einheitlicher und größer der zur Verfügung stehende Absatzmarkt ist, desto besser lässt sich Wachstum generieren. In den USA herrschen mit 350 Millionen potenzieller kaufkräftiger Kunden, einer gemeinsamen Sprache und weitestgehend identischer rechtlicher Rahmenbedingungen ideale Ausgangsbedingungen. In der Europäischen Union leben zwar knapp eine halbe Milliarde Menschen, jedoch sehen sich Unternehmen der Herausforderung gegenüber, durch ein Dickicht von Gesetzen und Verordnungen zu navigieren und einer Vielzahl von Sprachen gerecht zu werden. Dieser Unterschied zu den USA ist bei allen Errungenschaften der EU erkennbar. Die Antwort lautet also: Wir brauchen einen noch weiter ausgebauten europäischen Binnenmarkt und Plattformen, die Branchenexpertise, Technologie, sowie Innovatoren zusammenbringen.

Welches Unternehmen weltweit hat sein Geschäftsmodell vorbildlich auf die Zukunft ausgerichtet? Was beeindruckt Sie an dem Unternehmen am meisten?

Varnhagen: Es geht hier weniger um ein einzelnes Unternehmen, als die Verbindung von Unternehmen miteinander. Es ist beeindruckend zu sehen, wie einige der weltweit größten Industrieunternehmen inzwischen an ihrer Transformation arbeiten, wie etwa GE und seinem Weg zur „digital industrial company“. Oder Siemens, die Smart Products und Smart Services zum Herzstück ihrer riesigen Angebotspalette machen. Nicht zu vergessen die Automobilkonzerne, die sich zu Mobilitätsanbietern wandeln. Aus der jüngeren Geschichte sticht Amazon hervor, das als digitaler Retailer gestartet ist, und nun parallel mit Amazon Web Services einer der führenden Cloud-Anbieter weltweit ist. Im Rahmen unserer Forschungszusammenarbeit mit dem MIT in Boston konnten wir viele solcher Unternehmen kennenlernen. Die Besten unter ihnen haben wir Digiratis getauft. Sie sind es, die mich beindrucken.

Teil 1: Sei das Beispiel
Teil 2: "Deutschland steht noch am Anfang"
Teil 3: "You can do anything you set your mind to"

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