Lasst uns diskutieren

Volkmar Varnhagen, Geschäftsführer von DACH und den Niederlanden bei Capgemini Consulting, will einen intensiveren Diskurs zum Thema Künstliche Intelligenz (KI).


Volkmar Varnhagen, Geschäftsführer von DACH und den Niederlanden bei Capgemini Consulting (Foto: PR)

Kooperationen mit Technologieführern und Forschungsinstitutionen, Investitionen in Experten, Ausbildung und Technologien – Capgemini Consulting treibt den technologischen Wandel auf vielen Ebenen aktiv voran. Ein Gespräch mit Dr. Volkmar Varnhagen, Geschäftsführer von DACH und den Niederlanden bei Capgemini Consulting, über Möglichkeiten und Grenzen der Künstlichen Intelligenz (KI).

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Viele Experten glauben, dass die künstliche Intelligenz (KI) das Zeug dazu hat, die nächste technische Revolution auszulösen. KI stünde damit in einer Reihe mit dem Buchdruck, der Dampfmaschine oder der Elektrifizierung. Welches Potenzial hat KI Ihrer Meinung nach?
Volkmar Varnhagen:
Arbeiten zur Schwarmintelligenz von IoT-Netzwerken und autonome, miteinander kommunizierende Drohnen und Fahrzeuge sind die besten Beispiele für die stark disruptiven Eigenschaften der KI-Technologien, die die vierte Industrielle Revolution befeuern. Wir befinden uns weltweit aber auf ganz unterschiedlichen Stufen. So ist die KI im Silicon Valley beispielsweise schon auf dem Weg, ein integrierter Bestandteil der Wertschöpfung zu sein, während sie in Manufakturen im Osten oder Süden Europas teils noch reine Fiktion ist.

Zwei US-Forscher prognostizieren, dass Computer 50 Prozent der Jobs in den USA übernehmen können. Inwieweit kann KI die Arbeitswelt verändern und menschliche Arbeitskraft überflüssig machen?
Varnhagen: KI bringt uns viele neue Möglichkeiten und wird eine starke Veränderung der Arbeitswelt herbeiführen, inhaltsgleiche und repetitive Tätigkeiten werden nach und nach durch KI-Technologien höherer Komplexität durchführbar sein. Wir gehen alleine im Back-Office durch eine intensive Automatisierung und Hinführung zur KI von einem Potential in Höhe von 25 Prozent bis zu 80 Prozent der manuellen Tätigkeiten aus, die substituiert werden können. Den Menschen wird es aber nicht überflüssig machen. Dennoch darf man nicht verschweigen, dass der Wandel für die Berufswelt eine Herausforderung darstellt und neue digitale Berufsbilder mit Verbundstätigkeiten entstehen, sogenannte Man-Machine-Jobs. So wie heute niemand Computer und Drucker versus einen Menschen setzt, wird die Verschmelzung mit KI-Technologien intensiver werden. Eine Forderung nach einer Technologie-Steuer würde den Fortschritt belasten, die sich positiv auf die Arbeitsleistung, den Wohlstand und die globale Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Auch ein bedingungsloses Grundeinkommen erachte ich derzeit nicht als zielführend, da es falsche Anreize setzen kann und plädiere für die Optimierung des aktuellen Systems und den Aufbau eines umfassenden Weiterbildungsprogramms, um in der Digitalisierung vorne mitspielen zu können.

Teil 1: Lasst uns diskutieren

Teil 2: „Über 5.000 Sicherheitsexperten”

Teil 3: KI-Kultur

 

 

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