Hamburg, 28.06.2017

Bei den Fakten bleiben

Von kühnen Blicken in die Glaskugel rät Bosch-Geschäftsführer Dr. Volkmar Denner beim Thema KI ab. Fakt aber ist: Die Technologie wird zur Schlüsselkompetenz.


Volkmar Denner, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH (Foto: PR)

Milliarden Geräte werden in wenigen Jahren miteinander vernetzt sein und mit Menschen auf einfache und sichere Weise interagieren, ist Volkmar Denner überzeugt. Der Bosch-Chef und sein Unternehmen gehen die Entwicklung in Richtung Künstliche Intelligenz (KI) voll mit.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Viele Experten glauben, dass KI die nächste technische Revolution auslöst. Welches Potenzial sehen Sie in KI?
Volkmar Denner:
Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsselkompetenz, um die vernetzte Welt zu gestalten, und für Bosch kein neues Thema: In der Forschung beschäftigen wir uns seit vielen Jahren damit. Bis 2021 investieren wir rund 300 Millionen Euro in das neue Bosch Center for Artificial Intelligence. Das Zentrum treibt die Forschung auf dem Gebiet voran. In zehn Jahren wird es kaum ein Bosch-Produkt geben, das nicht über KI verfügt oder mit entsprechenden Methoden entwickelt und produziert wurde.

Zwei US-Forscher prognostizieren, dass Computer 50 Prozent der Jobs in den USA übernehmen können. Inwieweit kann KI die Arbeitswelt verändern und menschliche Arbeitskraft überflüssig machen?
Denner: KI verändert die Arbeitswelt schon heute. Einen Planeten der Arbeitslosen wird es dennoch nicht geben. Denn dahinter steckt die fatale Vorstellung, technischer Fortschritt habe keine andere Wirkung, als Arbeitsplätze zu vernichten. Dieser Vorstellung liegt eine zweite zugrunde: dass sich mit der Automatisierung bloß das Verhältnis von Kapital und Arbeit in einer ansonsten statischen Wertschöpfung verschiebt. Was in diesem Nullsummen-Spiel regelmäßig ausgeblendet wird, ist das Wachstum. Innovationen wie KI verbessern die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, schaffen ganz neue Produkte und Arbeitsplätze.

Zum Beispiel?
Denner: Wir bei Bosch suchen zum Beispiel vor allem Softwareexperten, die Erfahrung mit neuronalen Netzen haben. Das können mathematisch ausgebildete Datenexperten oder auch erfahrene IT-Spezialisten sein. Jede zweite derzeit ausgeschriebene Stelle hat einen Software-Bezug. In unserem neuen Bosch Center for Artificial Intelligence arbeiten rund 100 Experten in Deutschland, USA und Indien. Die Zahl der KI-Experten wird weiter stark wachsen.

Teil 1: Bei den Fakten bleiben

Teil 2: Keine Fabrik ohne Menschen

Teil 3: „60 internationale Kooperationen und Partnerschaften“

 

 

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