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Teil 2: "Die Konsolidierung wird fortschreiten"

Roland Boekhout übernahm 2010 den Vorstandsvorsitz der ING-DiBa (Foto: PR)

Digitalisierung und Transformation auch der Gesellschaft: Was wird unsere größte Herausforderung für die nächsten Jahre sein? Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen etwa in Sachen frappierend steigender Arbeitslosigkeit oder radikaler gesellschaftlicher Umbrüche?

Boekhout: Wichtig ist, dass möglichst alle von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren – Art und Ausmaß werden sicherlich unterschiedlich sein. Es ist relativ klar, dass die fortschreitende Digitalisierung auch Auswirkungen auf bestimmte Berufe und den Arbeitsmarkt insgesamt haben wird. Stichwort: Industrie 4.0. Die Digitalisierung bietet hier aber auch Chancen, denn es werden neue Berufszweige entstehen. Stetige Weiterbildung und offen für Neues sein, sind sicherlich ein Schlüssel zum Erfolg.

MEIN TIPP: Das persönliche Gespräch erlebe ich trotz aller Neuerungen noch immer als die wertvollste Kommunikation. Das sollten wir bei aller Technik und Schnelllebigkeit heute nicht vergessen – es geht um die Menschen. Und Kommunikation zwischen Menschen besteht aus viel mehr als dem gesprochenen Wort.

Setzt die Bundesregierung mit der „Digitalen Strategie 2025“ die richtigen Rahmenbedingungen?

Boekhout: Ich denke schon, dass die Politik die Zeichen des digitalen Zeitalters erkannt hat und weiß, dass sie die Weichen jetzt stellen muss, damit Deutschland als Standort im internationalen Vergleich nicht den Anschluss verliert. Die Strategie der Bundesregierung enthält einige wichtige Punkte, beispielsweise den Breitbandausbau schneller und flächendeckender voranzutreiben. Doch gerade beim Banking halten die rechtlichen Rahmenbedingungen mit der fortschreitenden Digitalisierung noch nicht Schritt. So sind für viele Bankgeschäfte immer noch papierhafte Dokumente und Unterschrift notwendig.

Wie wird sich die Bankenbranche verändern?

Boekhout: Die Konsolidierung wird fortschreiten. Wir werden künftig weniger Banken und Sparkassen haben als heute. Die Digitalisierung bietet dabei die Chance, noch effizienter bei internen Prozessen und Strukturen zu werden sowie das Banking für die Kunden noch komfortabler zu machen. Nur wer dies schafft, wird im Wettbewerb weiterhin bestehen.

Braucht der Wandel auch veränderte Unternehmenskulturen? Beispielsweise eine spezielle Fehlerkultur?

Boekhout: Wir haben uns schon immer verändert, begonnen als Briefbank, über die Telefonbank, das Online-Banking und nun hin zur Digitalbank. Veränderungen sind also Teil unserer DNA. Was sich geändert hat, ist die Geschwindigkeit, in der sich der Wandel vollzieht. Wir wissen nicht immer, was kommt. Aber wir wissen, es kommt schnell. Und dem müssen wir gerecht werden können – auch wenn das heißt, dass wir die halbe Bank umbauen. Ob es eine neue Fehlerkultur bei uns braucht, bin ich mir nicht sicher. Schon heute probieren wir unter Einbeziehung von Kundenfeedback neue Dinge aus. Allerdings haben wir hier noch Potenzial und können uns weiter verbessern. Wer innovativ sein will, muss auch mal Fehler machen dürfen. Wichtig ist nur, dass man daraus die richtigen Schlüsse zieht.

Welche Innovation gilt als größte in Ihrem Unternehmen?

Boekhout: Die ING-DiBa ist die älteste Direktbank in Deutschland. Bei uns waren Bankgeschäfte von Anfang an per Telefon und Brief möglich. Später kamen BTX, FAX und schließlich Online- sowie Mobile Banking dazu. Ich denke, unsere Geschichte als Bank ist eine einzige Innovation.

Teil 1: Veränderung als Teil der DNA
Teil 2: "Die Konsolidierung wird fortschreiten"
Teil 3: "Wir sind nicht so steif wie andere Banken"

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