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Teil 5: „Connected Care”

Welche Veränderungen bei Philips sind wesentlich?
Vullinghs:
Im Medizin-Sektor gibt es eine komplette Neuorganisation hin zu „connected care“ – wie in dem Projekt in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar. Das ist aber erst der Anfang. Wenn wir über Digitalisierung sprechen, geht es nicht nur um Produkte, sondern auch darum, wie man diese aktiviert. Zum Beispiel in der Werbung und im Verkauf. Amazon zählt heute zu unseren Top-Kunden. Auch das ist Digitalisierung. Auf diese Partnerschaft sind wir stolz – ebenso wie auf die mit Otto, MediaSaturn und vielen weiteren. Bei Philips macht E-Commerce einen Großteil des Umsatzes aus. Das haben wir in den letzten Jahren vorangetrieben.

Digtial Talents ausbilden oder recruiten – gibt es einen Königsweg?
Vullinghs:
Wenn wir mehr und mehr zu einem digitalen Unternehmen werden, wäre das Schlechteste, was wir tun könnten, digital Denkende nur im Rahmen von Neueinstellungen zu berücksichtigen. So würden wir einen Großteil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der analogen Welt zurücklassen. Und diese würden sich dann zwangsläufig vom Unternehmen entfremden. Wir müssen also das Gegenteil tun: sie mitnehmen. Und die besten Wege dafür sind: erstens viel zu kommunizieren, zweitens: Beispiele zu geben – wie vielleicht über die Zusammenarbeit mit Start-ups – und drittens die Ausbildung.     

Seit wann denkt Ihr Haus digital?
Vullinghs:
Ich arbeite schon seit 21 Jahren bei Philips. Innovation und Wandel hat uns immer begleitet, aber die Digitalisierung hat etwa 2009/2010 so richtig Fahrt aufgenommen - mit unserem aktuellen Präsidenten Frans van Houten. Er ist ein Digitalisierer, war beispielsweise einer der Pioniere der automatischen Bezahlsysteme im Internet.   

Haben Sie ein Vorbild als Digitalisierer?
Vullinghs:
Steve Jobs. Er hat die Digitalisierung mit dem iPhone weit vorangebracht. Ich persönlich kann mir heute kein Leben mehr ohne Smartphone vorstellen. Natürlich hat auch Bill Gates viel bewegt, aber Jobs hat für uns – den Konsumenten – mit Blick auf echte Anwendungen aus der Digitalisierung, meiner Meinung nach noch mehr bewirkt.   

Welches Start-up hat Sie zuletzt beeindruckt?
Vullinghs:
Auf unserem jüngst ins Leben gerufenen Start-up-Campus „HIP“, den ich regelmäßig besuche, bin ich zuletzt auf ein digitales Unternehmen getroffen, das mithilfe Künstlicher Intelligenz in der Lage ist, bei Menschen schon in einem sehr jungen Alter festzustellen, ob sie später einmal dement werden. Man kann natürlich darüber streiten, ob man das jetzt schon wissen will, aber auf der anderen Seite lassen sich so frühzeitig Therapieansätze finden. Unternehmensgründer sind zwei Ex-Forschungsleiter von Siemens und Philips. Ein weiteres Beispiel, dass es in Zukunft nur gemeinsam geht – da werden aus Wettbewerbern Partner. Das ist die digitale Zukunft im Health-Sektor. 

Teil 1: „Müssen uns verändern”

Teil 2: „Über 30 Prozent heute gestellter Diagnosen sind falsch”

Teil 3: „Healthcare vs. Sickckare”

Teil 4: „Ich glaube an ein Health-Ökosystem”

Teil 5: „Connected Care”

 

 

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