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Chancen schneller ergreifen

RWE-Vorstandschef Peter Terium will sein Geschäftsmodell attackieren, bevor dies andere tun

Windkraft: Die RWE-Tochter innogy steht für nachhaltige Energieversorgung (Bild: Niklas Hughes)

Um sich noch besser für den Energiemarkt der ­Zukunft aufzustellen, hat RWE sein Zukunftsgeschäft in der neuen Tochter innogy gebündelt. Peter Terium über Blaupausen und CEO-Tourismus.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Blick in die Zukunft: Welche Innovation wird unser Leben in den kommenden Jahren so nachhaltig verändern wie der Siegeszug der Smart-Phones?

Peter Terium: Ich bin mir sicher, wir werden in den kommenden Jahren in Bereichen wie Energie, Mobilität, Logistik und Kommunikation unglaublich spannende Dinge erleben – das Zauberwort lautet Digitalisierung. Dadurch werden Innovationen möglich, die unser Leben und unsere Art, wie wir zusammenarbeiten, stark verändern werden. Wir wollen als innogy bei dieser Entwicklung übrigens nicht nur erfolgreich mitschwimmen. Wir wollen Vorreiter sein. Nur ein Beispiel: eMobility. Wir betreiben heute schon eines der größten Ladesäulennetze für Elektroautos in Deutschland.

Was beeindruckt Sie?

Terium: Das Engagement unserer 60.000 Mitarbeiter. Den Konzern umzubauen, einen Börsengang innerhalb weniger Monate vorzubereiten, das ist eine echte Mammutaufgabe. Es hat sich gelohnt: innogy ist mit den Geschäftsfeldern Netz und Infrastruktur, Vertrieb sowie erneuerbare Energien die Blaupause für das Energieunternehmen der Zukunft.

MEIN TIPP: Sie sollten offen sein für Neues, unvoreingenommen und wertfrei an die Dinge herangehen.

Digitalisierung und Transformation – auch der Gesellschaft: Was wird unsere größte Herausforderung für die nächsten Jahre sein? Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen etwa in Sachen frappierend steigender Arbeitslosigkeit oder radikaler gesellschaftlicher Umbrüche?

Terium: In vielen Märkten, nicht nur in der Energiebranche, ändern sich gerade auf dramatische Weise die Spielregeln: Neue Wettbewerber drängen auf den Markt, die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle. Auch unser Alltag wird sich dadurch in den kommenden Jahrzehnten verändern. Das macht vielen Menschen Sorgen. Das kann ich verstehen. Aber ich sehe vor allem die neuen Chancen, die sich etwa durch die Digitalisierung eröffnen.

Die Politik setzt den Rahmen für die Zukunft. Glauben Sie, dass unsere Politiker die Herausforderungen der Zukunft richtig einschätzen und beispielsweise die richtigen Reformen auf den Weg bringen?

Terium: Ich sehe das pragmatisch: Als Unternehmen in der Energiebranche sind wir an politische Eingriffe gewöhnt. Es gibt das Primat der Politik, darauf muss man sich einstellen.

Welche Innovation gilt als größte in Ihrem Unternehmen?

Terium: Wir arbeiten täglich an vielen Innovationen für unsere Kunden. Die größte Innovation in unserem Unternehmen ist jedoch das neue Unternehmen selbst: innogy. Der Energiemarkt der Zukunft ist grün, dezentral und digital – dafür steht unsere neue Marke. Wir bauen den Konzern um, weil wir Vorreiter für eine nachhaltige und moderne Energieversorgung sein wollen.

Teil 1: Chancen schneller ergreifen
Teil 2: "Ich habe keine Glaskugel"
Teil 3: "Spirit steht dem in Start-up-Hochburgen in nichts nach"

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