Teil 2: Triebfeder Mensch


Welche digitale Innovation wird Ihr Unternehmen am stärksten verändern?
Heider:
Durch digitale Prozesse lassen sich Bauprojekte nicht nur in 3-D abbilden; damit können wir auch die Faktoren Kosten und Zeit abbilden. Das bietet ganz andere Möglichkeiten, effizient zu planen und Projekte abzuwickeln. Ein zweiter Aspekt ist der zunehmende Einsatz von offenen Standards, das heißt Digitalisierung über verschiedene Disziplinen hinweg. Die kosten- und zeitintensive Baubranche, die zudem mit einer hohen Fehlerquote zu kämpfen hat, wird immer mehr von einem nahtlosen Austausch von Daten profitieren. Dadurch werden die Lösungen aller am Bau Beteiligten miteinander kompatibel; Architekten, Ingenieure und Bauunternehmer machen sich nicht abhängig von einem Softwareanbieter und behalten die Kontrolle über ihre Daten.

Welches sind die größten Triebfedern der Transformation in Ihrem Unternehmen?
Heider:
Die größte Triebfeder bei uns ist tatsächlich der Mensch. Als IT-Unternehmen sind wir ja selber Treiber der Digitalisierung bei unseren Kunden und daher eher ein First Mover was das eigene Unternehmen angeht. Eine wichtige Rolle spielen die Unternehmenskultur und die Herangehensweise der Mitarbeiter. Wie stelle ich mich einer Herausforderung, wie sehr bewahre ich Bewährtes, löse mich aber von anderem und wie sehr öffne ich mich gegenüber Neuem? Bei uns ist das auch tatsächlich ein Einstellungskriterium, wenn wir neue Mitarbeiter suchen.

Wie begegnet Ihr Unternehmen zweifelnden Mitarbeitern, um diese für die Digitalisierung zu befähigen und zu motivieren? Welche systemischen Widerstände gilt es zu überwinden?
Heider:
Da sind wir als IT-Unternehmen mit einem hohen Anteil an Akademikern und einer sehr ausgewogenen Altersdurchmischung natürlich im Vorteil. Unsere Mitarbeiter sind es gewohnt, digital zu arbeiten. Interessante Erfahrungen machen wir aber zum Beispiel momentan mit den beiden Hauptniederlassungen der Holding in München und Washington. Da zeigt sich oft, wie unterschiedlich die deutschen Kollegen und die amerikanischen an die Arbeit gehen. Was in den USA schon längst Standard ist, wird hier gerade erst eingeführt, etwa das Arbeiten an gemeinsamen Projekten in der Cloud. Aber wir lernen hier viel voneinander.

MEIN TIPP: Eine Kombination aus solider evolutionärer und spontaner revolutionärer Entwicklung ist die Lösung für die deutsche Wirtschaft.

Welchen digitalen Fußabdruck möchten Sie setzen?
Heider:
Kurz gesagt, möchten wir die Bauwelt durch unsere Software effizienter und dadurch nachhaltiger machen, indem knappe Ressourcen optimal eingesetzt werden. Das flächendeckend umzusetzen, ist mein großes Ziel. Ohne verpflichtende Regularien gab es in Deutschland bislang keinen Anreiz für digitale Vernetzung; das ändert sich jetzt. Ein wichtiger Meilenstein.

Teil 1: Bisher Isoliertes vernetzen

Teil 2: Triebfeder Mensch

Teil 3: „Productivity is never an accident”

 

 

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