Teil 2: „Zu einer besseren Gesellschaft beitragen”

Laurent Abadie: Seit 2009 ist der Franzose CEO der Panasonic Europe Ltd. (Foto: PR)

Wo ziehen Sie angesichts der fortschreitenden Digitalisierung strategisch die Grenze zwischen zielgerichteter Innovation und Ausprobieren?
Abadie: Ich denke, unsere Vision drehte sich von Anfang an darum, wie wir das Leben und die Welt besser machen und zu einer besseren Gesellschaft beitragen können. Auf der einen Seite haben wir eine lange Forschungs- und Entwicklungsgeschichte. Kürzlich etwa habe ich über die Wasserstoffgesellschaft gesprochen, die wir in 30 bis 50 Jahren erwarten. Wir pflegen also eine langfristige strategische Perspektive. Auf der anderen Seite sehen wir die Bedürfnisse und Probleme der Gesellschaft und der einzelnen Menschen und passen unsere Langzeitstrategie daran an. Wenn wir dies nicht tun würden, wäre unser Unternehmen dem Tode geweiht. Es gäbe keine Zukunft.

Inwieweit kooperiert Panasonic mit Start-ups, und wie fördern Sie das Innovationsklima im eigenen Haus?
Abadie:
Im Bereich Automotive etwa haben wir ein kleines Unternehmen namens Open Synergy übernommen, das die Softwareplattformen für Multimedia und Fahrassistenzsysteme integriert. Wir kooperieren oder akquirieren, wenn ein Start-up zu unserem Angebot passt und dieses komplettiert. In unseren weltweiten Forschungs- und Entwicklungszentren arbeiten wir mit allen großen Firmen zusammen, etwa im Silicon Valley.

Datenschutz ist hierzulande zentral. Doch Daten sind der Rohstoff der Zukunft. Ist dies eine Hürde beispielsweise für die Anwendung Künstlicher Intelligenz?
Abadie:
Dieser Punkt ist extrem wichtig – insbesondere weil in einer Cloud niemand weiß, wo die Daten am Ende gespeichert werden. Bei Panasonic haben wir deshalb verschiedene Ansätze. Sensible Daten versuchen wir auf unseren eigenen Servern zu speichern. Dies wird aber zunehmend teurer. Für weniger sensible Daten nutzen wir gelegentlich Drittanbieter mit einem entsprechenden Standard. Aber Sie haben recht, es fällt eine riesige Menge an Daten bei uns an. Wir können nicht alles auf eigenen Servern speichern. Datenschutz und Datensicherheit – vor allem sensibler Daten – haben für uns höchste Priorität. Wir nehmen dies sehr ernst bei Panasonic – und nicht nur in Europa, sondern global.

Wie revolutionär wirkt Künstliche Intelligenz (KI)?
Abadie:
Künstliche Intelligenz und automatische Spracherkennung sind ein wichtiges Feld, auf dem es große Entwicklungen geben wird. In unseren Geschäftsfeldern gilt dies vor allem für den Bereich der Robotik. Roboter lernen durch Erfahrung, was uns viele Vorteile bringt. Wir adressieren viele Bereiche mit KI, vor allem in Unternehmen. Derzeit arbeiten wir zum Beispiel sehr eng mit einem Logistikunternehmen zusammen, unterstützen dessen Prozesse mit intelligenten Robotern. Im B2B-Sektor hat KI wirklich enorme Bedeutung.

Teil 1: Die Killer-App finden

Teil 2: „Zu einer besseren Gesellschaft beitragen”

Teil 3: „Keine Gadget-Firma”

 

 

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