Mehr Möglichkeiten heißt mehr Verantwortung

Digitalisierung und Transformation in der Industrie


Klaus Rosenfeld wurde 2014 Vorstandschef der Schaeffler AG (Foto: PR)

Digitalisierung und Transformation – auch der Gesellschaft: Was wird unsere größte Herausforderung für die nächsten Jahre sein? Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen etwa in Sachen frappierend steigender Arbeitslosigkeit oder radikaler gesellschaftlicher Umbrüche?

Rosenfeld: Innovationen und technologische Revolutionen bergen immer Chancen, aber auch Risiken. Die Digitalisierung verstehe ich als große Chance und zugleich als große Herausforderung; sowohl für Unternehmen als auch für die gesamte Gesellschaft Radikale Umbrüche und die Gefahr massiv steigender Arbeitslosigkeit sehe ich nicht. Es wird aber eine Vielzahl neuer beruflicher Profile und Anforderungen entstehen, auf die wir uns vorbereiten müssen. Das ist nicht nur eine Herausforderung für Unternehmen. Mehr Möglichkeiten bedeuten auch immer mehr Verantwortung. Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, ein kollegiales Zusammenspiel von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über jahrelange praktische Erfahrungen in ihrem jeweiligen Umfeld verfügen, und jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die neu ins Berufsleben eintreten und oft einen völlig anderen fachlichen Hintergrund mitbringen, sicherzustellen. Als besonders wichtig erachte ich auch die Möglichkeit für Mitarbeiter, sich fachlich fortzubilden und weiterzuentwickeln. Ein gutes Beispiel ist dafür der immer wichtiger werdende Bereich der Mechatronik.

Die Politik setzt den Rahmen für die Zukunft. Glauben Sie, dass unsere Politiker die Herausforderungen der Zukunft richtig einschätzen und beispielsweise die richtigen Reformen auf den Weg bringen?

Rosenfeld: Nach meinem Eindruck hat die Politik in Deutschland die grundlegende Bedeutung der Digitalisierung frühzeitig erkannt – auch im Vergleich zu anderen Industrieländern. Es ist wichtig, dass der Veränderungsprozess in Sachen digitaler Transformation von der Politik aktiv gefördert und gestaltet wird. In Deutschland bauen wir seit jeher auf Humankapital, auf Wissen und auf Innovationen. Angefangen bei den Schulen über die Ausbildung und die Universitäten bis hin zur Forschung ist Deutschland in Sachen Bildung Spitzenreiter. Wir sind zudem nach wie vor Technologieführer in zahlreichen Branchen, unter anderem in der Automobiltechnik, der Chemie und der Werkstofftechnologie. Was zukunftsweisende Themen wie die Digitalisierung angeht, müssen wir dafür sorgen, dass das auch so bleibt.

Wie sieht Schaefflers Entwicklungspfad aus?

Rosenfeld: Unsere mechatronischen Komponenten und Systeme befinden sich in Maschinen und Autos genau dort, wo die wichtigsten Primärdaten entstehen. Wir haben in den letzten Jahren durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung dafür gesorgt, dass diese Bauteile intelligent werden, also Daten erfassen und weitergeben können.

Was tun Sie in Ihrem Unternehmen, um das Innovationsklima zu fördern?

Rosenfeld: Der systematische Innovationsprozess ist die Grundvoraussetzung für das effektive und effiziente Vorantreiben von Innovationen der Schaeffler Gruppe. Die Basis bildet der jährlich durchgeführte Technologie-Dialog, der die grundsätzliche Ausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die kommenden fünf bis zehn Jahre festlegt. Darüber hinaus fördern wir einen gezielten Austausch durch interne Veranstaltungen, wie z.B. das „Forum of Inspiration“. Wir möchten unsere Mitarbeiter zusammenbringen und dazu animieren, in einem offenen Austausch innovative Ideen hervorzubringen und zu präsentieren. Um auch den Austausch mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu gewährleisten, haben wir die Veranstaltung „Open Inspiration“ ins Leben gerufen. Wir investieren außerdem in neue Innovationsräume außerhalb des Unternehmens. Grundgedanke des neuen Konzepts ist es, die Menschen fernab ihres täglichen Arbeitsumfeldes für einen gewissen Zeitraum zusammenzubringen, um neue Ideen zu entwickeln.

Teil 1: Hardware mit Köpfchen
Teil 2: "Mehr Möglichkeiten heißt mehr Verantwortung"
Teil 3: "Wandel braucht Selbstvertrauen"

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