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Teil 2: "Trial and error nicht denkbar"
Klaus Becker ist seit 2011 Sprecher des Vorstands von KPMG (Foto: PR)

Die Politik setzt den Rahmen für die Zukunft. Glauben Sie, dass unsere Politiker die Herausforderungen der Zukunft richtig einschätzen und beispielsweise die richtigen Reformen auf den Weg bringen?

Becker: Die Bundesregierung hat erkannt: „Deutschland muss als Hightech-Land an der Spitze der Entwicklung und Integration digitaler Technologien stehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Es wird sehr darauf ankommen, wie schnell wir in der Umsetzung sind und wie nachhaltig in neue Technologien, in Aus- und Weiterbildung investiert wird. Hier ist aber nicht nur die Politik gefordert, hier müssen alle Teile der Gesellschaft ihren Beitrag leisten.

Welche Innovation gilt als größte in Ihrem Unternehmen?

Becker: Wir haben aus unserer KPMG mit ihrer mehr als 125-jährigen Geschichte ein modernes, leistungsstarkes, frisches und dynamisches Unternehmen geformt. Wir sind stolz auf unsere Geschichte und gehen gleichzeitig sehr bewusst und erfolgreich unseren Weg der Veränderung. Innovationen sind zu einem wichtigen und lebendigen Teil unserer Unternehmenskultur geworden.

Was tun Sie in Ihrem Unternehmen, um das Innovationsklima zu fördern?

Becker: Wir haben eine zentrale Innovationsplattform gegründet, auf der wir alle unsere Ideen sammeln, bewerten und zu Produkt-, Service und Businessmodel-Innovationen entwickeln. Schon heute erwirtschaften wir zehn Prozent unseres Wachstums mit Lösungen, die es vor zwei Jahren noch gar nicht gab. Wir steuern unser gesamtes Dienstleistungsportfolio über innovative Solutions, die wir in ganzheitlichen Programmen verknüpfen und auf die Bedürfnisse unserer Kunden zuschneiden. Unsere Kunden erwarten zu Recht, dass wir ihre gewaltigen Veränderungsprozesse kreativ mitgestalten, Mehrwert für sie schaffen und ihnen helfen, weiter zu wachsen. Wir sehen auch für unser eigenes Unternehmen großes Wachstumspotenzial in der Digitalisierung und das wollen wir ausschöpfen. Darum investieren wir gezielt in neue Technologien und in innovative Prozesse und arbeiten mit Technologiekonzernen und einer Vielzahl von Start-ups zusammen.

Braucht es bei KPMG eine neue Fehlerkultur wie im Silicon Valley?

Becker: Trial and Error als Quelle von Inspiration und Innovation – das ist bei Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen nicht denkbar.

Ausblick 2020: Welche Chancen und Risiken erwarten Sie für Ihre Branche? Glauben Sie, dass ein Angreifer mit einem disruptiven Geschäftsmodell Ihre Branche durcheinander wirbeln wird?

Becker: Regulatorische Veränderungen aus der EU Audit Reform und Digitalisierung - das sind für mich die beiden großen Herausforderungen für unsere Branche. Und ich bin zuversichtlich, dass wir aus diesen Herausforderungen neue Chancen für KPMG machen werden. Mit „One KPMG“ sind wir fit für die Zukunft. Denn mit „One KPMG“ fokussieren wir uns ganz auf unsere Kunden und die veränderten Anforderungen des Marktes. Wir arbeiten auf allen Ebenen vernetzt zusammen. Dadurch werden wir besser, dadurch werden wir schneller und verschaffen uns so einen Vorsprung im Wettbewerb.

Teil 1: Ganzheitlich wandeln
Teil 2: "Trial and error nicht denkbar"
Teil 3: "Auch mal innehalten"

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