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Ganzheitlich wandeln

Klaus Becker, der Sprecher des Vorstands von KPMG, über Beständigkeit und Wandel.


Werkzeug Cloud: Traditionelle Stärken mit neuen Technologien verbinden (Bild: Niklas Hughes)

KPMG blickt auf eine mehr als 125-jährige Geschichte zurück. Heute ist es ein modernes und dynamisches Unternehmen. Innovationen sind lebendiger Teil der Unternehmenskultur. Entsprechend gelassen sieht Vorstandschef Klaus Becker in die Zukunft.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Blick in die Zukunft: Welche Innovation wird unser Leben in den kommenden Jahren so nachhaltig verändern wie der Siegeszug der Smart-Phones?

Klaus Becker: Es wird sicher nicht "die eine Innovation" sein, sondern vielmehr das Zusammenspiel einer Vielzahl von Innovationen, wie wir es heute schon mit dem „Internet of things“ oder zwischen Cloud und Robotics erleben. Und das wird insbesondere den Bereich der Wissensarbeit beeinflussen.

Alphabet/Google, Apple, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT-Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die DAX-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Becker: Die derzeitige Entwicklung stellt erst den Anfang dar, sie ist meines Erachtens aber noch lange nicht zu Ende. Nach dem B2C-Web, das von Google, Amazon, Facebook, etcetera dominiert wird, kommen wir nun in die nächste Phase des B2B-Webs, das wir in Deutschland auch als Industrie 4.0 kennen. Hier haben wir eine reale Chance, wieder ganz vorne dabei zu sein.

Haben wir das Rennen um die Zukunft in Deutschland bereits verloren?

Becker: Keineswegs! Derzeit arbeiten alle Unternehmen mit Hochdruck daran, den digitalen Wandel zu meistern. Erfolgreich werden am Ende die sein, die ihre traditionellen Stärken mit neuen Technologien und Geschäftsmodellen konsequent verbinden. Ich bin davon überzeugt: Hier haben wir eine reale Chance, auch bei der Industrie 4.0 wieder ganz vorne dabei zu sein.

Digitalisierung und Transformation – auch der Gesellschaft: Was wird unsere größte Herausforderung für die nächsten Jahre sein? Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen etwa in Sachen frappierend steigender Arbeitslosigkeit oder radikaler gesellschaftlicher Umbrüche?

Becker: Es sind nicht Digitalisierung und Transformation allein, die uns herausfordern; es ist auch die Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen auf uns einströmen. Somit wird die größte Herausforderung sein, unsere Gesellschaft sehr schnell mit den Fähigkeiten auszustatten, die eine digitale Welt erfordert. Veränderungen im Bildungssystem und Investitionen in Bildung sind der Schlüssel, um den enormen Wandel der Arbeitsplatz-Struktur zu bewältigen.

Teil 1: Ganzheitlich wandeln
Teil 2: "Trial and error nicht denkbar"
Teil 3: "Auch mal innehalten"

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