Apps am Fließband

Jens Kramer, Gründer und Geschäftsführer der PROMOS consult, forciert die standardisierte Entwicklung von Apps und will den Datenschutz-TÜV.


Jens Kramer, Gründer und Geschäftsführer von PROMOS consult (Foto: PR)

Für IT-Unternehmen gehören Innovationen zum Kerngeschäft, sagt PROMOS-Chef Jens Kramer. Er beobachtet einen Wandel der Branche. Im Fokus: neue Geschäftsmodelle wie die Bereitstellung von Lösungen für die Cloud und für mobile Endgeräte.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Technologischer Wandel und Innovation haben hierzulande eher evolutionären als revolutionären Charakter. Ist Deutschland zu wenig disruptiv?
Jens Kramer:
Ich unterschreibe das so nicht. Berlin etwa ist der Schmelztigel einer florierenden Start-up-Szene. Wenn ich etwas bemängeln würde, dann eher das öffentliche Bild, das hier in Deutschland vom Unternehmertum im Allgemeinen herrscht. Wenn jemand eine gute Idee hat, Leute einstellt, mit seinem Privatvermögen haftet, etwas Neues aufbaut und damit Erfolg hat, muss er damit rechnen, kritisch beäugt und um den finanziellen Erfolg beneidet zu werden. Der oft steinige Weg und die Risiken dahinter werden nicht gesehen. Das ist schade. Wir bräuchten noch viel mehr Unternehmergeist.

MEIN TIPP: Man darf niemals den Spaß an der Arbeit verlieren, um wirklich erfolgreich zu sein.

Stichwort Datenschutz: Wie lassen sich unsere strengen Normen als Vorteil nutzen?
Kramer:
Ich glaube, dass sich in Deutschland viele kluge Köpfe mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Was mir als IT-Dienstleister fehlt, ist eine unabhängige Stelle, die prüfen kann, ob meine Produkte und Services den hohen deutschen oder europäischen Datenschutzstandards gerecht werden. Mit einer Art Datenschutz-TÜV wäre Deutschland ein echter Vorreiter. Für die Verbraucher wäre das Siegel ein klares Erkennungszeichen für Seriosität und Glaubwürdigkeit.

Welche Wege und Strategien sind erforderlich, um das Gros der Gesellschaft an den Vorteilen der Digitalisierung partizipieren zu lassen und niemanden auszuschließen?
Kramer:
Da fällt mir sofort unser Schulsystem ein. Zugespitzt: mit einem Klassensatz alter Computer und Lehrern, die Digitalisierung doof finden, werden die Kinder nicht auf unsere hochtechnisierte Welt vorbereitet. Computer sind per se kein Spielzeug und Softwareentwickler sind oft kreative und coole Typen. Das zu erleben und in der Schule zu lernen, sollte in Deutschland möglich sein. Übrigens: mehr und mehr begeistern sich Mädchen und Frauen für diesen Beruf. Das finde ich sehr gut!

Teil 1: Apps am Fließband

Teil 2: Deutschlands Schulsystem überdenken

Teil 3: „Gut fürs Karma”

 

 

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