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Teil 2: „PropTechs als Inspiratoren”

Welche digitale Innovation wird Ihr Unternehmen am stärksten verändern?
Merkens:
Die Aareal Bank Gruppe bietet Finanzdienstleistungen, Software und digitale Lösungen in zwei Geschäftssegmenten an. Im Bereich gewerbliche Immobilienfinanzierungen bin ich davon überzeugt, dass wir auch zukünftig als Kreditgeber fungieren werden und noch gefragt sind. Unsere Produkte für den Kunden sind große, komplexe Finanzierungen, also keine Standardprodukte. Klar ist aber, dass innerhalb der Prozesskette zum Beispiel das Zusammenbringen von Kreditnehmer und Kreditgeber durch Digitalisierung anders dargestellt werden kann und auch die internen Prozesse sich nachhaltig verändern werden. Bei allen von uns angebotenen Lösungen fokussieren wir uns auf die Bereitstellung von integrativen Plattformen. Damit kommen wir der Anforderung nach, Produkte und Services leicht zugänglich, friktionslos, anbieterübergreifend, individualisiert und sicher zur Verfügung zu stellen.

MEIN TIPP: Wer neugierig ist, entdeckt jeden Tag eine neue Welt.

Welches sind die größten Triebfedern der Transformation in Ihrem Unternehmen?
Merkens:
Mit unserer Kombination aus Bank- und IT-Leistungen sind wir auf vielen Feldern Branchenvorreiter. Unsere Tochtergesellschaft Aareon ist führendes Beratungs- und Systemhaus in der europäischen Immobilienbranche und verfügt über einen langjährigen digitalen Footprint. Der Bedarf der Branche an neuen Digitallösungen ist groß und nimmt weiter zu. Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage nach digitalen Lösungen, die etwa Mieter, Handwerker und Wohnungsunternehmen miteinander vernetzen. Ein ganz praktisches Beispiel ist eine Anwendung der englischen Aareon-Tochter 1st Touch, mit der Hausmeister auf einen Blick und auf jede Wohnung bezogen alle aktuellen Arbeiten oder Sachverhalte sehen können. Mieter melden über dieses System beispielsweise Schäden oder stellen Anträge. Dadurch sparen beide Seiten Zeit und Geld.

Welchen digitalen Fußabdruck möchten Sie setzen – welches Digitalprojekt schieben Sie persönlich an?
Merkens: Im Kern geht es bei der Digitalisierung nicht nur um einen rein technischen Fortschritt, sondern um eine massive Veränderung der Bedürfnisse und des Verhaltens unserer Kunden. Ich sehe meine Aufgabe daher vor allem darin, laufend den strategischen Fit zwischen den Kundenbedürfnissen und unserem Geschäftsmodell zu überprüfen und Trends frühzeitig zu antizipieren. Wenn es uns gelingt, die Chancen der Digitalisierung aus der Kundenperspektive heraus zu denken, dann werden wir in der Lage sein, unsere Geschäftsmodelle strategisch sinnvoll und wertsteigernd für unsere Kunden weiterzuentwickeln. Daher sehe ich Start-ups und insbesondere FinTechs beziehungsweise PropTechs als Inspiratoren und potenzielle Partner. Dies ist übrigens auch einer der Gründe, warum wir Partner des in Frankfurt am Main ansässigen TechQuartiers sind, welches als Anlaufpunkt für die innovative Start-up-Szene fungiert und die Vernetzung und Kollaboration der Finanzindustrie vorantreibt. Die Aareon ist zudem Gründungspartnerin des blackprint PropTech Booster, dem ersten deutschen PropTech Accelerator für die Immobilienwirtschaft. Die Transformation unseres Unternehmens in die digitale Welt hat für mich höchste Priorität.

Teil 1: Anders agieren

Teil 2: „PropTechs als Inspiratoren”

Teil 3: „Es geht um Verinnerlichung”

 

 

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