Anders agieren

Der Bedarf an Digitallösungen im Banking ist hoch. Hermann J. Merkens, Vorstandsvorsitzender der Aareal Bank, will agieren statt reagieren. Sein Haus sieht er in vielen Bereichen als Branchenvorreiter. 


Aareal-Bank-Chef, Hermann J. Merkens (Foto: PR)

Wer im digitalen Zeitalter erfolgreich sein will, muss die gesamte Unternehmenskultur weiterentwickeln. Aareal-Bank-Chef Hermann J. Merkens will deshalb einen Spirit in seinem Haus verankern, der von strikter Kundenorientierung sowie von hoher Agilität und Innovationsfähigkeit geprägt ist.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: In Deutschland haben technologischer Wandel und Innovation in der Regel eher evolutionär und nicht revolutionär stattgefunden. Ist ein solch deutscher Weg der Digitalisierung zukunftsfähig oder sind wir zu wenig disruptiv?
Hermann J. Merkens: Die deutsche Wirtschaft ist hochgradig innovativ, die hohe Anzahl der jährlich in Deutschland eingereichten Patente spricht eine deutliche Sprache. Beim Thema Industrie 4.0 sind wir gemeinsam mit den USA weltweit führend und auch in anderen Bereichen der Digitalisierung setzen wir Maßstäbe. Gleichzeitig gilt es aber, Erreichtes ständig neugierig in Frage zu stellen. Für erfolgreiche Veränderungen und Innovationen ist die Perspektive entscheidend. Man muss sich also die Frage stellen: Ist damit ein echter Mehrwert für den Kunden verbunden? Bei betriebsinternen Prozessen wird die Frage noch häufig nur ökonomisch beantwortet, bei Kunden stehen jedoch auch andere Bedürfnisse im Vordergrund. Oft ist es daher durchaus sinnvoll, neue Ideen schrittweise statt radikal umzusetzen.

Wie können alle Teile der Gesellschaft an der Digitalisierung partizipieren?
Merkens: Von herausragender Bedeutung ist zunächst natürlich, dass eine technische Infrastruktur besteht, die die Vorteile der Digitalisierung erlebbar macht. Hier haben wir in Deutschland mit Blick auf den Breitbandausbau noch Nachholbedarf, wenn wir uns mit anderen Staaten vergleichen. Darüber hinaus besteht gerade für ältere Menschen Bedarf an Angeboten, die sie an digitale Neuerungen heranführen. Als Unternehmen haben wir uns nach den Kundenbedürfnissen zu orientieren. Das heißt, dass wir zukünftig noch stärker als bisher zielgruppenorientierte Kommunikationskanäle und Angebote bereitstellen müssen.

Teil 1: Anders agieren

Teil 2: „PropTechs als Inspiratoren”

Teil 3: „Es geht um Verinnerlichung”

 

 

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