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Teil 3: "Neugier hilft"

Von Kodak zur Digicam, vom Taxi zum Uber – sorgen Sie sich vor disruptiven Attacken?

Schrader: Ich sehe vor allem die Chancen, die beispielsweise das Internet of Things bieten wird. Die Möglichkeit, über neue audiovisuelle Medien in Interaktion mit dem Kunden zu treten, neue Absatzkanäle zu generieren, ganz neue, auf den Einzelnen zugeschnittene Services anzubieten. Über all das denken wir schon länger sehr intensiv nach. Stürmische Zeiten sind wir im Übrigen gewohnt. Uns wirft da so schnell nichts um.

War for (digital) talents: Was tun Sie, um die besten Mitarbeiter für Ihr Unternehmen zu rekrutieren?

Schrader: Wir tun sehr viel. Wir agieren da sehr zielgruppenorientiert. Wir haben zum Beispiel gerade wieder eine offene Developer Conference bei uns im Hause veranstaltet, ein Format, das es schon seit mehreren Jahren gibt und auf dem sich interne und externe Developer zwanglos informieren, austauschen, gemeinsam an neuen Lösungen arbeiten können – und über das wir es sehr gut schaffen, Interesse dafür zu wecken, innerhalb der Otto Group arbeiten zu wollen. Ein anderes Beispiel ist unser Jobfinder, eine App, über die sie mit einem Wisch, ähnlich wie bei Tinder, uninteressante Jobs löschen, sich sehr schnell und intuitiv die für sie spannenden Jobs ansehen und sich natürlich sofort darauf bewerben können. Wer das macht, kann seit kurzem übrigens gern auf das Anschreiben verzichten. Auch da haben wir also neue Wege eingeschlagen. Und last, but not least: Wenn es zum Vorstellungsgespräch kommt, darf sich gern geduzt werden – wenn sich die Bewerberin oder der Bewerber denn damit wohler fühlt. Noch ein Angebot, das wir machen. Und genau darum geht es: passgerecht um die jeweiligen Kräfte zu werben. Ein Pfund, mit dem wir wuchern können, kommt noch hinzu: Wir leben unseren Anspruch, ein Familienunternehmen bleiben zu wollen. Dazu gehört eine sehr faire Bezahlung. Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle. Dazu gehört ein äußerst respektvoller Umgang miteinander.

Welche Innovation beeindruckt Sie persönlich bis heute am meisten?

Schrader: Wenn ich in die jüngere Vergangenheit blicke, dann ist dies eindeutig das Smartphone. Ich finde es faszinierend, mit welcher Rechenleistung diese handlichen Geräte es geschafft haben, wirklich fast sämtliche Lebensbereiche radikal zu verändern. Und ich meine das durchaus positiv: Ich kann auf allen denkbaren Kanälen kommunizieren, meine Termine verwalten, schöne Erlebnisse festhalten und teilen, lesen, Musik hören und einkaufen, wann und wo immer ich mich gerade befinde. Das ist schon wirklich enorm.

MEIN LITERATURTIPP: Ich lese viel, zuletzt „The Second Machine Age“ von Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson.

Welche Eigenschaft ist die wichtigste, um sich Herausforderungen stellen zu können?

Schrader: Neugier. Punkt.

Wie hat der Wandel um Sie herum auch Sie persönlich verändert/haben Sie sich verändern müssen?

Schrader: Natürlich verändert sich jeder Mensch im Laufe eines Lebens. Aber schwer fällt mir das grundsätzlich nicht. Ich war schon immer sehr offen für Neues, dafür, auch einmal andere Wege zu beschreiten. Auch hier gilt: Neugier hilft!

Haben Sie ein Lebensmotto?

Schrader: „Am Mute hängt der Erfolg“ von Theodor Fontane.

Teil 1: Neuer Unternehmergeist
Teil 2: "Wir wollen vom Du zum Wir"
Teil 3: "Neugier hilft"

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