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Teil 2: "Wir wollen vom Du zum Wir"

Hans-Otto Schrader übernahm 2007 den Vorstandsvorsitz der Otto Group (Foto: PR)

Digitalisierung und Transformation – auch der Gesellschaft: Was wird unsere größte Herausforderung für die nächsten Jahre sein? Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen – etwa in Sachen frappierend steigender Arbeitslosigkeit oder radikaler gesellschaftlicher Umbrüche?

Schrader: Ich bin der festen Ansicht, dass es darum gehen wird, den Einzelnen auf dem Weg in die Zukunft bestmöglich mitzunehmen, Stärken und Fähigkeiten zu fördern und zu nutzen, weiterzubilden. Aus meiner Sicht bietet die Digitalisierung vor allem Chancen. Natürlich mögen Berufsbilder mittelfristig verschwinden - wie auch schon zu früheren Zeiten, zum Beispiel während der Industrialisierung. Dafür werden jedoch andere entstehen, zum Beispiel im Bereich sehr individueller Services und Dienstleistungen. Und natürlich werden Herausforderungen auf uns zukommen – schon jetzt bekannte wie die vielen Menschen drohende Altersarmut oder der Pflegenotstand, aber auch neue, denen wir uns jetzt noch gar nicht bewusst sind. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass unsere Gesellschaft diese Herausforderungen meistern und an ihnen wachsen wird.

Die Politik setzt den Rahmen für die Zukunft. Glauben Sie, dass unsere Politiker die Herausforderungen der Zukunft richtig einschätzen und beispielsweise die richtigen Reformen auf den Weg bringen?

Schrader: Ich sehe durchaus, auch auf politischer Ebene, ein recht breites Verständnis für die anstehenden Herausforderungen in verschiedensten zukunftsrelevanten Bereichen. Das zeigt nicht zuletzt die Digitale Agenda der Bundesregierung. Dieses Beispiel zeigt aber auch, woran es oft noch mangelt: an einer schnellen und entschlossenen Umsetzung.

Welche Innovation Ihres Unternehmens war die wichtigste?

Schrader: Wenn ich das Gesamtbild betrachte, haben wir es in den vergangenen Jahren sehr überzeugend geschafft, uns von einem Katalog- und Versandhändler nicht nur zu einem sehr erfolgreichen E-Commerce-Unternehmen, sondern zu einer weltweit agierenden, zukunftsfähigen Handels- und Dienstleistungsgruppe zu entwickeln. Das ist eine Leistung, auf die wir durchaus auch einmal stolz sein dürfen.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter dazu, dauerhaft innovativ zu sein?

Schrader: Grundlage für ein funktionierendes Innovationsklima ist unser jüngst angestoßener Kulturwandel 4.0. Wir wollen vom Du zum Wir. Wir wollen schnellere Prozesse über ein besseres Miteinander. Wir wollen auch Trial and Error. All das immer mit dem Ziel, die besten Lösungen zu finden.

Was muss sich in Ihrem Unternehmen ändern, um dem Wandel begegnen zu können? Braucht es eine neue Fehlerkultur?

Schrader: Es ändert sich gerade schon sehr viel, und sehr viel in die richtige Richtung. Im Zuge unseres Kulturwandels 4.0 erleben wir einen ganz neuen Spirit, eine ganz neue Motivation. Genau dieser Spirit ist nötig, um den Herausforderungen der digitalen Welt zu begegnen. Und, ja, - wie bereits oben erwähnt – gehört eine Kultur, die Fehler erlaubt, unbedingt dazu. Nur so wird sich jeder Einzelne trauen, Ideen einzubringen und damit das Unternehmen weiterzuentwickeln. Das heißt aber im Umkehrschluss natürlich nicht, dass wir Fehler nicht gern vermeiden würden. Was wir aber wollen, ist, die Innovationskraft, die Kreativität jeder Mitarbeiterin und jedes Mitarbeiters zu nutzen, ohne dass sie oder er Angst haben muss, wenn mal etwas nicht klappt.

Teil 1: Neuer Unternehmergeist
Teil 2: "Wir wollen vom Du zum Wir"
Teil 3: "Neugier hilft!"

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