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Neuer Unternehmergeist

Hans-Otto Schrader, Vorstandschef der Otto Group, über radikale Veränderungen, die besten Lösungen und den dafür nötigen Kulturwandel.

Versand-Vision: Das agile E-Commerce-Unternehmen (Bild: Niklas Hughes)

Die Giganten Amazon, Apple und Facebook gehen mit Riesenschritten voran, der Rest trottet hinterher: So urteilen viele über das Verhältnis amerikanischer und deutscher Top-Unternehmen. Dabei hat sich die Otto Group bereits früh digitalisiert – mit Erfolg. Der Otto-Vorstandsvorsitzende Hans-Otto Schrader im Gespräch.

DUB-UNTERNEHMER-Magazin: Blick in die Zukunft: Welche Innovation wird unser Leben in den kommenden Jahren so nachhaltig verändern wie der Siegeszug der Smartphones?

Hans-Otto Schrader: Als das iPhone 2007 in den Markt gebracht worden ist, hat wohl kaum jemand erwartet und voraussehen können, wie sehr Smartphones unser aller Leben beeinflussen, verändern und erleichtern würden. Der Blick auf Innovationen bleibt also immer auch ein Blick in die Glaskugel. Ich bin mir aber sicher, dass das Internet of Things (IoT) - die mobile, digitale Vernetzung unserer gesamten Lebenswelt – enorm und sehr schnell an Relevanz gewinnen wird. Ob nun das selbstfahrende Auto, das Thema Connected Home, Smart Glasses, also so genannte Datenbrillen, oder die Etablierung ganz neuer Verkaufskanäle, wie zum Beispiel Bestellungen über unseren intelligenten Service-Button – all diese jetzt schon verfügbaren Technologien sind in der Lage, unsere Gesellschaftswirklichkeit radikal zu verändern.

Alphabet/Google, Apple, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT-Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die DAX-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Schrader: Zunächst einmal würde ich der These nicht rundweg zustimmen, dass diese Unternehmen den Ton angeben. So haben wir bei der Otto Group nicht nur sehr früh auf das Thema Digitalisierung gesetzt und waren hier schon in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich; wir haben vielmehr ganz bewusst auch einen anderen Geschäftsansatz als beispielsweise Amazon gewählt. Richtig ist jedoch, dass wir in Deutschland einen neuen Unternehmergeist brauchen. Den sehe ich vielerorts bereits – beispielsweise bei unseren Start-Ups wie About You -, in der Breite fehlt es aber noch daran. Zu diesem Unternehmergeist gehört aus meiner Sicht, Digitalisierung als Chance zu begreifen, nicht nur als Problem, eine Fehlerkultur zu etablieren, die Innovation fördert und nicht hemmt. Wir brauchen aber natürlich auch die Unterstützung der Politik – Stichwort Flächendeckender Breitbandausbau.

Welches Unternehmen weltweit hat sein Geschäftsmodell vorbildlich auf die Zukunft ausgerichtet? Was beeindruckt Sie an diesem Unternehmen am meisten?

Schrader: Da fällt mir schon als erstes Apple ein – auch wenn das etwas langweilig erscheint. Mich beeindruckt, wie Apple es über die Jahre geschafft hat, sich eine riesige, unheimlich treue, nennen Sie es Fangemeinde nicht nur aufzubauen, sondern immer wieder neu für die Marke zu begeistern. Und das mit einem sehr klaren Fokus auf Innovation – immer mit dem Ziel, einen neuen Service nicht nur als Selbstzweck anzubieten, sondern den Kunden noch stärker ans Apple-Universum zu binden – Beispiel Apple Pay oder Apple Musik.

Teil 1: Neuer Unternehmergeist
Teil 2: "Wir wollen vom Du zum Wir"
Teil 3: "Neugier hilft"

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