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Ganzheitlich wandeln

Je größer das Unternehmen, desto anspruchsvoller seine Umgestaltung. Postbank-Chef Frank Strauß über das Beschleunigen in einer neuen Umgebung.
Sicher: Überweisungen per Fingerabdruck (Bild: Niklas Hughes)

Ob die Deutsche Bank ihre Tochter Postbank verkauft, ist letztlich vor allem eines: Spekulation. Fest hingegen steht, dass sich die Postbank dem Weg des Wandels anpasst. Ihr Vorstandsvorsitzender Frank Strauß erklärt, wie das Bankhaus die digitale Transformation mitgestaltet.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Alphabet/Google, Apple, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT- Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die DAX-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Frank Strauß: Auf diese Frage gibt es sicherlich keine einfache Antwort. Die USA sind in vielerlei Hinsicht eine andere Gesellschaft. Gut ist mit Sicherheit, dass es in den USA eine deutlich engere Vernetzung zwischen Industrie und Forschung bzw. Wissenschaft gibt, als dies bei uns in Deutschland der Fall ist. Dadurch entstand ein hoch innovationsfreundliches Klima, in dem sich neue Ideen entwickeln und letztlich Geschäfte erwachsen konnten. Ein anderer Grund ist die Mentalität. Während unternehmerisches Scheitern hierzulande als Niederlage empfunden und damit stigmatisiert wird, existiert in den USA ein viel höheres Maß an Akzeptanz für Scheitern. Solange man anschließend wieder aufsteht und aus Fehlern lernt, darf man auch Hinfallen. Europa hat dafür im Augenblick sicherlich andere Stärken, z.B. die mittelständischen Unternehmen in den großen Volkswirtschaften. Für uns Europäer bedeutet das insgesamt, dass wir stärker zusammenwachsen müssen, um ein entsprechendes Gegengewicht bilden zu können. Hier müssen wir sicherlich mehr Tempo aufnehmen.

Welches Unternehmen weltweit hat sein Geschäftsmodell vorbildlich auf die Zukunft ausgerichtet? Was beeindruckt Sie an dem Unternehmen am meisten?

Strauß: Ich finde Unternehmen beeindruckend, die persönliche und digitale Dienstleistungen zum Nutzen ihrer Kunden klug kombinieren und dadurch ein zukunftsfähiges Geschäft bauen. Es gibt hierfür zahlreiche gute Beispiele in unterschiedlichen Industrien. Ich möchte hier aber kein Unternehmen explizit hervorheben, weil jedes dieser Unternehmen seine eigenen spezifischen Themen hat, von denen wir lernen können.

Digitalisierung und Transformation – auch der Gesellschaft: Was wird unsere größte Herausforderung für die nächsten Jahre sein? Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen etwa in Sachen frappierend steigender Arbeitslosigkeit oder radikaler gesellschaftlicher Umbrüche?

Strauß: Die größte Herausforderung ist es, die Transformation von Unternehmen voranzutreiben. Dabei müssen wir die Mitarbeiter eng einbeziehen und Ihnen ein Zielbild geben, wie ihr Arbeitsumfeld in einigen Jahren aussieht. Es ist wichtig, ihnen deutlich machen, dass diese Transformation sie nicht bedroht, sondern ihre Arbeitgeber stärker und damit insgesamt Arbeitsplätze sicherer macht.

Teil 1: Ganzheitlich wandeln
Teil 2: "Perlenkette von Innovationen"
Teil 3: "Denkweisen radikal verändern"

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