Teil 3: „Viel zu wenig von uns!”

Ist die digitale Transformation zuträglich für weibliche Karrieren?
Albiez:
Nein, eher trägt die Vollbeschäftigung dazu bei, Frauen zu fördern. Heute haben wir ganz klar einen klaren Arbeitnehmermarkt:. Immer mehr Unternehmen müssen sich überlegen, wie sie Frauen einstellen können, die Familie haben, zum Beispiel mit Jobsharing oder Homeoffice. Wer sich noch nie Gedanken dazu gemacht hat, vermehrt auch Frauen einzustellen, wird bald ein Problem haben. Das Ein solches Umdenken geht nicht von heute auf morgen, man muss unter Umständen Betriebsvereinbarungen verändern, oder seine Einstellung zu Arbeitszeiten überdenken.

Sie teilen sich seit dem Zusammenschluss die Führung von Dell EMC mit Dinko Eror. Was hat sich innerhalb eines Jahres bei Ihrer Aufgabenteilung verändert?
Albiez:
Herr Eror verantwortet die überregionalen und Großkunden, ich den Rest, sprich: Kunden aus dem Mittelstand und der öffentlichen Hand. Wir verstehen uns gut, und wenn es Diskussionsbedarf gibt, setzen wir uns an einen Tisch und besprechen das.

Sehen Sie sich als Frau in Führungsposition in einer männlich dominierten Branche mit klassischen Vor- und Nachteilen konfrontiert?
Albiez:
Ja, tue ich, wir sind einfach noch männlich dominiert. Es ist keine Seltenheit, dass ich bei einem externen Meeting allein unter Männern bin. Frauen sind immer noch nicht in der obersten Führungsebene von Unternehmen angekommen, auch eine Stufe drunter noch nicht. Ich kenne das nicht anders, in den letzten zwei Jahrzehnten war ich fast immer nur mit Männern konfrontiert, sodass es mir gar nicht mehr auffällt.

Was raten Sie Frauen mit Führungsambitionen? 
Albiez:
Ambitionierten Frauen rate ich: Wollt die Führung, kämpft dafür. Wenn ihr in einer Firma nicht weiterkommt, sucht euch eine andere. Bleibt dabei stets authentisch. Und: Fördert die kulturelle Vielfalt.

Haben Sie ein weibliches Vorbild?
Albiez:
Ich muss sagen: nein. Wir Frauen in deutschen IT-Firmen kennen uns alle, wir waren immer gleich weit bei unseren Karriereschritten. Es gibt einfach viel zu wenig von uns!

 

Teil 1: Nie wieder Komfortzone

Teil 2: „Alte Managementstrukturen sind megaout”

Teil 3: „Viel zu wenig von uns!”

 

 

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