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Niemals stehen bleiben

Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, über Wandel, Wege und Werte sowie die Möglichkeit, künftig ein Auto zu bestellen wie heute einen Song bei Spotify.
Studie zum Anfassen: Mit dem Daimler-Forschungsfahrzeug F 015 Luxury will Dieter Zetsche Antworten auf Fragen zur Mobilität der Zukunft liefern (Bild: Niklas Hughes)

Dieter Zetsche hat eine zentrale Forderung: Nach dem zögerlichen Start soll die deutsche Wirtschaft den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen und deren Chancen nutzen. Der Daimler-Chef hat sich an die Spitze der Bewegung gesetzt.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Was wird unser Leben in den kommenden Jahren so sehr verändern, wie es der Siegeszug der Smartphones tat?

Dieter Zetsche: Das autonome Fahren. Und das sage ich nicht nur als Vertreter der Autobranche – schließlich arbeitet auch eine wachsende Zahl von IT-Unternehmen an dieser Technologie. Autonome Fahrzeuge werden eines der zentralen Elemente unserer Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren: die Mobilität. Zum Beispiel wird man sich in Zukunft jederzeit und überall das passende Auto bestellen können – genau so, wie wir heute einen Song bei Spotify ordern: per Knopfdruck am Smartphone.

Das Silicon Valley gibt weltweit Takt und Ton an. Alphabet, Amazon, Apple oder Facebook sind an der Börse mehr wert als die Dax-Unternehmen zusammen. Warum spielen wir nicht in dieser Liga?

Zetsche: Im Silicon Valley treffen sich Leute, die sich mehr für technische Innovationen als für Technikfolgenabschätzung interessieren. In diesem Umfeld findet man sehr viel Mut und Kreativität, große Zukunftsthemen anzugehen. Das beflügelt Aktienkurse. Trotzdem erlebe ich bei Besuchen im Silicon Valley immer wieder eines: Dort ist der Res­pekt vor unserem Know-how genauso groß wie unsere Anerkennung für ihr Innovationstempo.

Welches Unternehmen weltweit hat sein Geschäftsmodell vorbildlich auf die Zukunft ausgerichtet? Was beeindruckt Sie dabei am meisten?

Zetsche: Uber ist ein gutes Beispiel. Denn das disruptive Potenzial der Firma ist unbestritten. Trotz des Erfolgs beschäftigt sich Uber-Chef Travis Kalanick aber vor allem mit einer Frage: Welche disruptive Idee könnte Uber demnächst gefährlich werden? Diese Einstellung ist noch wichtiger als das Geschäftsmodell selbst.

Gefährden disruptive Geschäftsmodelle Daimler?

Zetsche: Der Erfolg der Automobilität ruft natürlich auch andere Player auf den Plan. Aber das ist zunächst mal keine Bedrohung, sondern eine Bestätigung für unser Geschäft und unsere Überzeugung: Die Autobranche steht vor einem ganzen Universum an Möglichkeiten. Um diese auch zu nutzen, müssen wir unser bisheriges Geschäftsmodell immer wieder selbst hinterfragen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen – bevor es andere tun.

Teil 1: Niemals stehen bleiben
Teil 2: "Pioniergeist und Vollkasko-Mentalität passen nicht zusammen"
Teil 3: "Den Status Quo kontinuierlich hinterfragen"

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