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Teil 3: "Innovationen müssen von Wirtschaft und Wissenschaft ausgehen"

Bücher, Reisen, Gespräche: Was tun Sie, um persönlich fit zu bleiben in Sachen „Herausforderungen der Zukunft?

Baur: Viele Gespräche mit Menschen aus anderen Kontinenten und Branchen, denn Menschen bleiben auch in Zeiten der Digitalisierung das Wichtigste. Reisen kommt in meinem Job unvermeidlich dazu – und Lesen, wann immer ich es einrichten kann Beispielsweise fand ich „The Second Machine Age“ und "The Circle" sehr inspirierend.

Welche Eigenschaft ist die wichtigste, um sich Herausforderungen stellen zu können?

Baur: Neugier und Aufgeschlossenheit. Zuhören und nachdenken.

MEIN TIPP: Erfolg ist alles andere als selbstverständlich. Man muss ihn sich immer wieder verdienen.

Schafft die Politik die richtigen Rahmenbedingungen, um solche wegweisenden Entwicklungen auch in Deutschland voranzutreiben?

Baur: Innovationen müssen von Wirtschaft und Wissenschaft ausgehen, nicht von der Politik. Die Gesellschaft muss den Rahmen so setzen, dass gute Entwicklungen nicht behindert werden. Deutschland und Europa insgesamt sind bisweilen restriktiver als nötig, zum Beispiel in der Telekommunikationsindustrie. Das ist schade, und das müssen wir ändern. Und doch geben besonders im Technologiebereich US-Unternehmen den Ton an.

Warum können deutsche Firmen in der Liga von Apple, Google oder Facebook nicht mitspielen?

Baur: Deutschland hat traditionell einen starken industriellen Kern, um den uns viele Volkswirtschaften beneiden. Innovationen drehen sich bei uns viel stärker um physische Produkte und industrielle Themen und werden daher auch stärker von bestehenden Industriekonzernen forciert. Das muss kein Nachteil sein – nicht umsonst spielen deutsche Unternehmen in ihren Branchen seit Jahrzehnten in der Weltspitze mit. Unabhängig davon wäre es natürlich wichtig, wenn hiesige Start-ups öfter und schneller den Sprung über die Größenschwelle schafften. Das ist nach unseren Analysen keine Frage der Technologie, eher eine des Marktzugangs, des Zugangs zu Kapital – und des pragmatischen Ansatzes und des unternehmerischen Mutes.

Wie hat der technologische Fortschritt Ihren persönlichen Arbeitsalltag verändert?

Baur: Ich arbeite heute dank Smartphone, Apps und guter Software viel effizienter. Eine Erinnerung an meine ersten Berufsjahre ist dagegen wie ein Blick ins Museum. Innovationen werden immer rascher marktreif. Mitzuhalten wird damit immer anspruchsvoller – für Unternehmen, aber auch für mich persönlich.

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