„Mehrwert nachweisen“

Produktsicherheit und Patientennutzen

Welche Voraussetzungen müssen digitale medizinische Anwendungen erfüllen, damit Sie sie anbieten?

Straub: Da gibt es mehrere. Zunächst muss sichergestellt sein, dass alle frühzeitig vom digitalen Nutzen profitieren können. Mit 9,3 Millionen Versicherten sind wir eine sehr große Krankenkasse, die sich um sehr unterschiedliche Kundeninteressen kümmert. Der zweite wichtige Aspekt ist die Sicherheit der Produkte und die medizinische Evidenz, also der Nutzen für die Patienten. Wir fördern nur Anwendungen, sofern sie einen Mehrwert haben und diesen in einer Evaluation nachweisen. Der dritte Aspekt betrifft den Schutz sensibler Daten. Unsere Kunden erwarten zu Recht, dass auch digitale medizinische Anwendungen höchsten Datenschutzanforderungen genügen. Deshalb begleitet die BARMER nicht nur medizintechnische Innovationen, sondern entwickelt diese selbst und fördert sie bis zur Marktreife. Vor diesem Hintergrund hat die BARMER.i im Jahr 2018 auch erstmalig einen „Digital Health Wettbewerb“ ausgerufen. Die Gewinner erhalten unter anderem ein Coaching durch Experten aus unserem Hause. Diese unterstützen die Start-ups dabei, ihre Projekte mit den gesetzlichen Auflagen zur Prävention in Einklang zu bringen. So gewährleisten wir Qualität und Datenschutz im Kundensinne.

Welches digitale Start-up hat Sie zuletzt am stärksten beeindruckt und warum?

Straub: Mich beeindruckt die Arbeit der Mimi Hearing Technologies GmbH, mit der wir gemeinsam eine Initiative zur Sensibilisierung und Prävention von Hörschäden gestartet haben. Kernstück unserer Kooperation ist eine App, mit der Versicherte ihr Hörvermögen prüfen und ein persönliches Frequenzprofil erstellen können. Bei Musik vom Smartphone sorgt die Mimi-App für einen gesteigerten Hörgenuss bei geringerer Lautstärke. Diese App ist sehr gut angekommen. Bisher wurde der Mimi-Hörtest knapp eine Million Mal heruntergeladen

Teil 1: „Digitalisierung im Gesundheitswesen”

Teil 2: E-Health bei der Barmer

Teil 3: Produktsicherheit und Patientennutzen

 

 

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