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Teil 2: „Möglichkeiten scheinen grenzenlos”

Christoph Straub, CEO BARMER (Foto: PR)

Die Chancen und Risiken des digitalen Wandels im Health-Sektor werden momentan intensiv diskutiert. Worauf legen Sie den Fokus?
Straub:
Wir investieren in Digitalisierung, weil die Chancen klar auf der Hand liegen. Vernetzte Versorgung erlaubt es uns, Patientinnen und Patienten aktiv ins Management ihrer Gesundheit und ihrer Krankheiten einzubeziehen, automatisierte Prozesse ermöglichen mehr Effizienz in einem von Bürokratie geprägten System, und durch Künstliche Intelligenz können klinische Entscheidungen und gezielte Präventionsmaßnahmen unterstützt werden. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Auch deshalb müssen wir uns immer wieder darüber unterhalten, wer wie mit sensiblen Daten umgeht. Datenschutz ist und bleibt ein ganz wichtiges Thema – gerade im Rahmen der Digitalisierung.

BARMER und Telekom haben Forscher der Universität St. Gallen untersuchen lassen, wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert hat. Ist diese Forschung weiter gediehen und wenn ja, mit welchen Ergebnissen?
Straub: Wir sind gerade dabei, die Ergebnisse der Forschungsstudie als Grundlage für ein Projekt im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu nutzen. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom werden wir in den kommenden drei Jahren Lösungen erarbeiten und in Form eines speziell darauf abgestimmten betrieblichen Gesundheitsmanagements nutzbar machen. Die Mehrheit der Arbeitnehmer steht der Digitalisierung positiv gegenüber. Das ist eine sehr gute Voraussetzung, um das Thema Gesundheit in der auf uns zukommenden, digitalen Arbeitswelt 4.0 gewinnbringend zu verankern und negative Einflüsse der Digitalisierung zu vermeiden.   

Welche digitalen Innovationen dürften Ihr Unternehmen künftig am stärksten verändern? Welche Digitalisierungsprojekte treibt die BARMER voran?
Straub:
Die Digitalisierung erfasst das gesamte Unternehmen. Wir treiben wichtige Projekte in allen Bereichen parallel voran, und viele davon hängen eng miteinander zusammen. Deswegen lege ich als Vorstandsvorsitzender sehr großen Wert darauf, dass unsere Innovationsabteilung BARMER.i Dreh- und Angelpunkt sämtlicher digital geprägter Veränderungsprozesse ist. Hier werden alle Projekte gebündelt und strategisch nach den drei Säulen „medizinische Innovationen für Patienten“, „digitale Serviceangebote für Kunden“ und „interne digitale Prozesse und Organisationsabläufe“ ausgerichtet. Die wichtigste Neuerung ist für uns also die BARMER.i, denn hier laufen alle digitalen Projekte aus den unterschiedlichen Unternehmenseinheiten zusammen.

Welche Voraussetzungen müssen digitale medizinische Anwendungen erfüllen, damit Sie sie anbieten?
Straub:
Da gibt es mehrere. Zunächst muss sichergestellt sein, dass alle frühzeitig vom digitalen Nutzen profitieren können. Mit 9,3 Millionen Versicherten sind wir eine sehr große Krankenkasse, die sich um sehr unterschiedliche Kundeninteressen und -belange kümmert. Der zweite wichtige Aspekt ist die Sicherheit der Produkte und die medizinische Evidenz, also der Nutzen für die Patienten. Wir fördern nur Anwendungen, sofern sie einen Mehrwert haben und diesen in einer Evaluation nachweisen. Der dritte Aspekt betrifft den Schutz sensibler Daten. Unsere Kunden erwarten zu Recht, dass auch digitale medizinische Anwendungen höchsten Datenschutzanforderungen genügen. Aus diesem Grund begleitet die BARMER nicht nur medizintechnische Innovationen, sondern entwickelt diese selbst und fördert sie bis zur Marktreife. So gewährleisten wir Qualität und Datenschutz im Kundensinne.

Teil 1: „Mehrwert nachweisen”

Teil 2: „Möglichkeiten scheinen grenzenlos”

Teil 3: Erfahrung trifft Innovation

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