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Hamburg, 28.06.2017

Wieder neu denken

Mit Tempo, Effizienz und Sicherheit verändern digital vernetzte Fahrzeuge die Logistikbranche. Andreas Krinninger, CEO von Linde Material Handling, weiß wie.


Andreas Krinninger, CEO und CFO Linde Material Handling (Foto: PR)

Digitale Vernetzung, Automatisierung und die Nachfrage nach immer individuelleren Produkten sind Treiber des technologischen Wandels in der Logistik. Das treibt auch Linde Material Handling, den weltweit zweitgrößten Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten, um. CEO Andreas Krinninger über interne Herausforderungen, Potenziale von Startups und seine Zero Accident-Philosophie.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: In Deutschland haben technologischer Wandel und Innovation in der Regel eher evolutionär und nicht revolutionär stattgefunden: Peu à peu werden Produkte günstiger, effizienter und besser. Ist das der deutsche Weg oder sind wir zu wenig disruptiv für die Zukunft?
Andreas Krinninger:
Deutsche Unternehmen sind disruptiver als ihr Ruf – nehmen Sie uns: Wir haben als Motorenhersteller für Eismaschinen angefangen und uns daraus erst zum führenden Traktorenhersteller, dann quasi über Nacht zum größten Gabelstaplerhersteller entwickelt. Und jetzt denken wir wieder neu und entwickeln die Logistik für eine digitale Welt.

Wie beurteilen Sie steigende IT-Risiken in einer digitalisierten Gesellschaft, etwa durch Betriebsspionage, Hacker-Attacken oder Negativkampagnen?
Krinninger:
Durch die Vernetzung von Maschinen entsteht sekündlich eine unvorstellbare Menge an Daten, die in den falschen Händen große Schäden anrichten können. Als Unternehmen sind wir hier in der Pflicht.

In den USA und Asien werden ohne viele Einschränkungen Benutzerdaten gesammelt und verwertet, in Europa gibt es die „Charta der digitalen Grundrechte“ für Datenschutz und Privatsphäre. Beschreiten wir damit in digitalen Zeiten eher den Holz- oder den Königsweg?
Krinninger:
Datenschutz ist nie der Holz-, sondern immer der Königsweg. Unternehmen wie Privatpersonen müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Daten sicher sind.

Welche Wege und Strategien sind erforderlich, um die gesamte oder zumindest das Gros der Gesellschaft an den Vorteilen der Digitalisierung partizipieren zu lassen und niemanden auszuschließen?
Das geht nur über gute Aus- und kontinuierliche Weiterbildung. Denken Sie an einen Lagerlogistiker. Der hat in der Ausbildung noch auf einem herkömmlichen Stapler gelernt und beherrscht den Umgang damit perfekt – aber dann wird ihm plötzlich ein vollautomatisiertes Gerät vorgesetzt, das er programmieren soll. Das ist eine völlig andere Aufgabe, die ein Mitarbeiter nur meistern kann, wenn das Unternehmen kontinuierlich in seine Fortbildung investiert.

Teil 1: Wieder neu denken

Teil 2: „Zero Accident“

Teil 3: „Was zählt, ist die Wirklichkeit“

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